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Etna Rosso - Der feurige Sizilianer

Auferstanden aus Ruinen erlebt der Rotwein seine verdiente Renaissance

Der Ätna verzaubert - nicht nur das Auge, auch die Geschmacksnerven. Mit dem Etna Rosso nämlich. Seine Trauben stammen von der Nerello-Mascalese-Rebe und die findet man vorzugsweise an den Flanken des quicklebendigen Vulkans. Feurig wie Lava rollt er über die Zunge und macht dabei mit seiner coolen Eleganz großen Rotweinen Konkurrenz. 

Ein Monument von einem Berg

Der Ätna – umgeben von so gemütlichen wie reizvollen Seebädern, von berühmten und zum Weltkulturerbe gekürten Bauwerken, von traumhaften Sandstränden sowie üppig grünender und blühender Natur – ist die Attraktion im Osten Siziliens. Ein Ausflug zu den bis zu 3.350 Metern hoch liegenden Kratern ist meist möglich und zählt definitiv zu den stärksten Eindrücken einer Sizilien-Reise. Seit Jahrtausenden ist „la montagna“ (der Berg) , wie die Einheimischen den Vulkan schlicht nennen, ein Zeichen ungebrochener Naturgewalt. Die Menschen im Osten Siziliens haben gelernt, mit ihrem temperamentvollen Mitbewohner zu leben. Schließlich bringt er nicht nur Zerstörung, sondern auch Segen. 

Etna Rosso - Vulkanfeuer in den Weinen

Seinem vulkanischen Gestein verdankt die Region die fruchtbaren Böden, die mit Gemüsefeldern, Olivenhainen und Zitrusplantagen bedeckt sind. Und auch mit Weinreben. Bis zu 100 Jahre alte knorrige Rebstöcke, deren Holz bereits die Farbe der schwarz-braunen Lavaböden angenommen hat, ebenso wie vereinzelte junge Pflänzchen, die mit ihrem zarten Grün auf rötlichem Lavasand sprießen. Das weist schon daraufhin, dass der Weinbau am Ätna in der Vergangenheit wurzelt und in der Gegenwart sehr junge Früchte trägt. 

Ein traditionsreicher Wein kommt zu neuen Ehren

Die Wurzeln in die Vergangenheit reichen weit zurück. Genaugenommen bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. Da nämlich begannen griechische Einwanderer mit der Kultivierung der vorhandenen Wildreben am Ätna und führten auch die noch heute gebräuchliche Art der Rebenerziehung ein, den als Alberello bezeichneten Anbau in Form von kleinen Bäumchen. Schon Homer erzählt in seiner berühmten Odyssee, dass der Zyklop Poliphem nur mit einem spitzen Olivenbaumstamm von Odysseus geblendet werden konnte, nachdem man ihn mit dem örtlichen Wein betrunken gemacht hatte. Und der soll damals dick wie Tinte gewesen sein. In der Antike waren Syrakus und Taormina, die großen Städte am Ätna, bereits blühende Weinhandels-Zentren. Die landwirtschaftlichen Prioritäten verschoben sich dann zwar im Laufe der nächsten Jahrhunderte zu Ungunsten des Weinanbaus am Ätna, aber im 19. Jahrhundert blühte er dank des florierenden Handels mit Franzosen, Österreichern und Engländern neu auf. 

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Artikel von Othmar Kiem, Falstaff, 2013