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Apfelweine und Cidre von höchster Güte in der Mainmetropole

Internationale Apfelweinmesse Frankfurt am Sonntag 26. März 2017 im Gesellschaftshaus Palmengarten, Dänemarks Kelterer sind die Ehren-Gäste!

Apfelwein, Cider, Cidre & Co. liegen voll im Trend - seit einigen Jahren steigt der Absatz dieser Apfel-Getränke kontinuierlich. Die hochwertigen Fruchtweine haben wenig Alkohol und eine nachvollziehbare Herkunft. Apfelwein und seine Geschwister vereinigen die Megatrends bewusster Genuss und Heimatverbundenheit in sich. Zudem ist die Qualität und Vielfallt der Produkte abseits des Mainstream-Äpplers aus dem Supermarkt erfreulich hoch und auch für Weinliebhaber und Kenner feiner, eigenständiger Getränke eine Entdeckungstour wert.
Auf der Apfelweinmesse in Frankfurt, die heuer zum neunten Mal von Michael Stöckl und seinem Team veranstaltet wird, erleben Sie die größte Bandbreite an innovativen, traditionellen und verrückten Trends der Szene rund um den Wein aus Äpfeln und anderen Früchten. Die Ausstellungsfläche wurde im Vergleich zum letzten Jahr um einen ganzen Saal erweitert.
Im Messeshop des Foyers wird eine Auswahl der mit dem Pomme d’Or-prämierten Apfelweine angeboten. 100 Aussteller aus Hessen, Deutschland und insgesamt drei Kontinenten stellen im stilvollen Ambiente des Gesellschaftshauses Palmengarten aus.

Fachbesucher wie Gastronomen, Weinhändler, Sommeliers können in aller Ruhe zwischen 11.00 und 13.00 Uhr verkosten. Ab 13.00 Uhr steht dann die große Publikumsverkostung auf dem Programm. Probieren, kosten, schmecken, hier ist der Gaumen gefordert.
Die Eintrittspreise  betragen für Fachwelt wie Liebhaber rund 20 € im Vorverkauf.

Was es mit der PommeBox auf sich hat, das erfahren Sie auf www.apfelweininternational.de.
Dort finden Sie auch die Ausstellerliste!

Zehn kurze Fragen, zehn unverblümte Antworten: Im Anschluss lesen Sie das Interview mit Alexander Nöll vom Traditions-Kelterer Nöll aus Alt-Griesheim, das Steffen Maus zur Vorbereitung auf die Apfelweinmesse geführt hat.

10 kurze Fragen - 10 unverblümte Antworten

Alexander Nöll, 35 Jahre, arbeitet nach einer Ausbildung in dem Fruchtsaftbetrieb des Instituts für Weinanalytik & Getränkeforschung der Hochschule Geisenheim, der Beschäftigung in einer Molkerei und seinem Abschluss als Industriemeister für Fruchtsaft und Getränke, seit Anfang 2009 in Frankfurt/Alt-Griesheim im Familienbetrieb mit seinem Vater Gerhard und seiner Mutter Maria Nöll. Nöll beliefert den Getränkefachhandel, Restaurants und Privatkunden und verarbeitet rund 70% der Äpfel zu Apfelweinprodukten. Im Jahre 2016 erhielt der Betrieb den Bundesehrenpreis des Bundesminesterium für Ernährung und Landwirtschaft und der DLG. Der Bundesehrenpreis ist die höchste Ehrung für ein Unternehmen der Ernährungswirtschaft.

1) Was ist Apfelwein heute?
Apfelwein ist vom Arme-Leute-Getränk zum Gesellschaftsgetränk aufgestiegen. Hochwertige Apfelweine liegen im Trend, sie sind milder und feiner als ihre Vorgänger. Aber noch immer sind diese Getränke bei vielen Weinkennern verpönt. Sehr zu Unrecht wie ich meine.

2) Gibt es genug Äpfel für den Wein?
Die Nachfrage ist hoch und bei einer kleinen Ernte steigen natürlich die Preise. In Hessen sind sie fast doppelt so hoch wie zb in Süddeutschland. 2016 waren die Einkaufspreise etwas niedriger als 2015, als das Angebot besonders knapp und die Preise doppelt so hoch waren, wie im Jahr zuvor.
Man unterscheidet Streuobst-Äpfel mit ca. 50° Öchsle und höherer Säure und Tafelobst, das viel süßer ist (75° Öchsle).

3) Sind Schaumweine ein Trendprodukt im gehobenen Preissegment?

Eindeutig ja! Nöll erzeugt bereits seit 1990 einen Schaumwein, da war ich 8 Jahre alt. Unser Schaumwein hat 9,5 Vol% Alkohol und liegt 12 Monate auf der Hefe (Flaschengärung). Als Neuheit stellen wir auf der Messe den Schaumwein Cuvée Prestige vor, der 2012/2013 in die Flasche kam und jetzt erst degorgiert wurde. „Starke Daube“ heißt unser Top-Produkt, das wir für ca. 19 € verkaufen.

4) Was gibt es sonst Neues im Markt?
Neben unserem Perlwein Apfelsecco (5,5Vol%) gibt es nun den Perlwein Apfel-Secco „Pfirsé“ mit einer Beigabe von rotem Weinbirgspfirsisch von der Mosel. Generell experimentieren viele Keltereien mit Geschmacksrichtungen, es gibt einige sehr erfolgreiche Produkte im Verkauf und bezogen auf die positive Wahrnehmung der Verbraucher.

5) Liegen sortenreine Apfelweine im Trend?
Wir experimentieren viel und schon im Jahre 2007 haben mein Vater und ich die sortenreinen Apfelweine eingeführt, unsere Sortenreinen haben alle 9,0Vol% und sind trocken ausgebaut, es sind Jonagold, Bohnapfel, Cox Orange, Braeburn, Schöner von Boskoop und ein Cuvee aus Bohnapfel und Jonagold. Wir empfehlen sie aus einem Weißweinglas zu trinken und sie essensbegleitend einzusetzen.

6) Was kostet das Vergnügen?
1.80 € für den traditionellen Apfelwein, 6.90 € für die sortenreinen Apfelweine sowie 7.95€  für den Apfelsecco und den Schaumwein für 10.90 €. Mit den hochwertigen Produkten erschließen wir uns neue Zielgruppen und werden für unsere sorgfältige und aufwendige Arbeit angemessen entlohnt.

7) Wie wird ein Apfelwein hergestellt?
Bei unseren sortenreinen Apfelweinen läuft die Verarbeitung wie bei der Traube. Gärung bis zu 6 Wochen. Apfelwein ist jedoch instabiler als der Traubenwein, er kann leichter essigstichig werden (hohe flüchtige Säure, wozu Essigsäure und Acetaldehyd gerechnet werden), weil er einen geringen Alkohol und Säuregehalt besitzt. Das bedeutet, wir müssen schon bei der Rohware sehr sorgfältig und sauber arbeiten. Wir nutzen Reinzuchthefen, um Jahr für Jahr ein verlässliches Ergebnis zu erzielen, manche Hobbykelterer vergären ohne Hefen, was ein zusätzliches Risiko bedeutet. Bei uns sind alle Weine trocken ausgebaut und haben 4-7 g Restzucker.

8) Gerbstoff? Was ist das Geheimnis des Speierlings?

Früher wurde der Speierling, eigentlich kein Apfel, sondern die Frucht der Eberesche, als Mittel für die Schönung zugesetzt, seine massiven Gerbstoffe haben die Eiweiße denaturiert und ausgefällt und damit die Weine stabilisiert. Heute ist er als Beimischung zum klassischen Apfelwein in einer Dosierung von 1% Speierling beliebt, weil es eine herbe Geschmacksrichtung transportiert.

9) Was sind die Unterschiede der Spielarten des Apfelweins?
APFELSCHAUMWEIN – Traditionelle Flaschengärung mit gäreigener Kohlensäure
CIDRE – Apfelwein mit gäreigener Kohlensäure, abgestoppt bei ca. 2,5 Vol% Alkohol
CIDER – Apfeldessertwein mit hohem Alkoholgehalt, wird zurück verschnitten mit Saft
PERLWEIN – wird im Tank erzeugt, Kohlensäure darf zugesetzt werden
APFELWEIN – wird entweder still oder leicht mit Kohlensäure versetzt angeboten

10) Was gibt es auf der Messe Spannendes aus dem Ausland?
Apfelweine mit Kastaniengeschmack, Cider mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen oder einen Apfeleiswein, das würde ich probieren.