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Weine der Toskana - Abseits der berühmten Anbaugebiete

Weintipps in Montecucco, Val di Cornia, Carmignano, Cortona  zum Vermentino und entlang der Via Aurelia

Was haben die ersten Tomaten, Artischocken, Erbsen, Karotten und Zwiebeln des Jahres gemeinsam mit dem Stararchitekten Mario Botta? Und weshalb macht ein Spanier an der toskanischen Küste Furore? Mehr Wein-Wissen + Weintipps aus der Toskana gewünscht? Bitte sehr...

Von Livorno bis Grosseto - "Grandi crus della costa toscana"

Alle Wege führen nach Rom, aber die Via Aurelia ist der schönste. Die antike römische Konsularstraße führt durch die Weinanbaugebiete der Küste. Und dort tut sich so einiges. Was unterscheidet die Küste von den Weinzonen im Herzen der Toskana? Zum einen beginnt die Qualitäts-Weingeschichte meist erst in den Achtzigern, und zum anderen setzen die Winzer fast ausnahmslos auf internationale Rebsorten. Stattliche Investitionen allerorten haben ihnen in kurzer Zeit zu einer beachtlichen Bekanntheit verholfen. Verbunden werden die Anbaugebiete durch die Via Aurelia, die nahe der Küste von Livorno nach Grosseto führt. Nur auf wenige Weinberge genießt man jedoch den direkten Meerblick, die meisten liegen in einem meernahen Küstenstreifen von 5 bis 15 km Entfernung zur toskanischen Küste.
Selbstbewusst nennen die Winzer ihre Vereinigung Grandi crus della costa toscana (die besten Lagen bzw. Weinberge der toskanischen Küste). Die Gruppe (www.grandicru.it) möchte nämlich beweisen, dass es entlang der Küste mehr als den Sassicaia, den Kultwein aus Bolgheri, gibt. Einzelne Weingüter sind gar im Chianti-Gebiet von Pisa zuhause, in Terriciola und Montescudaio. Doch setzen auch sie meist auf internationale Sorten und distanzieren sich strikt vom Chianti und seiner Geschichte. So hat das junge Weingut Caiarossa die Sorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Sangiovese, Syrah, Grenache, Mourvèdre, Chardonnay, Viognier und auch Petit Manseng gepflanzt. Aus dieser Riesenauswahl bedienen sich auch die meisten anderen Weingüter der Küstenregion.

Anbaugebiete Val di Cornia und Suvereto

Nach Norden abgeschirmt von der Hügelkette des Monte Calvi liegt das beschauliche Dorf Suvereto. Es liegt am Ende einer zum Meer hin geöffneten Ebene, die von bewaldeten Hügeln eingerahmt wird. Diese besondere U-Form des Val di Cornia sorgt für ein mildes Klima und einen früh einsetzenden Frühling, weshalb hier das erste Gemüse des Jahres geerntet wird. Von diesem Klima profitieren auch die Reben, die früh austreiben und keine Probleme haben, voll auszureifen. Der Rebsorte Sangiovese ist es in der Regel zu heiß, weshalb die Winzer auf die Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot setzen. Die geologischen Voraussetzungen sind mit denen im benachbarten Bolgheri durchaus vergleichbar. Der Name Suvereto ist auf ewig auch mit der Aufsehen erregendsten Großinvestition der Neunziger verbunden, dem futuristisch anmutenden Kellereibau des Weinguts Petra.

Vermentino - Endlich ein Weißwein mit Potenzial

Vieles spricht an der Küste für die Konzentration auf Rotweine. Doch gibt es eine weiße Rebsorte, die sich in Küstennähe wohlfühlt, nämlich Vermentino. Aus ihr lassen sich mineralisch saftige Weißweine erzeugen, die nach Sommergräsern, Quitte und Birne duften. Der Ursprung der Rebsorte liegt in Spanien, sie wird auch in Sardinien und Ligurien für die Produktion von Weißweinen geschätzt. Vorausschauende Weingutbesitzer haben sie noch in Zeiten des Rotweinbooms gepflanzt, so dass nun ein zweiter Weißer der Toskana neben dem traditionsreichen Vernaccia di San Gimignano für den anziehenden Weißweinmarkt zur Verfügung steht, meist mit der gebietsübergreifenden Bezeichnung Maremma Vermentino.

Rotwein - Montecucco ist fast wie Montalcino

Ein spannendes Anbaugebiet, das erst in den letzten zehn Jahren überhaupt als solches wahrgenommen wurde, ist auch Montecucco. Geografisch schließt es die Lücke zwischen dem Anbaugebiet des Morellino di Scansano und dem des Brunello di Montalcino. Genauer gesagt: Es grenzt im Süden an den berühmten Nachbarn Brunello. Insofern ist es ein fast logischer Schritt, dass die Hauptrebsorte wie im Brunello di Montalcino auch hier der Sangiovese ist. Die wenigen ansässigen Winzer profitieren von der Rieseninvestition eines Großunternehmers aus der Segelbootbranche, der für viel Aufmerksamkeit in der Wein-Presse und dem Handel gesorgt hat. Doch steckt dahinter nicht nur eine gute Marketing- und PR-Arbeit. Die zumeist jungen Weinberge profitieren an der Flanke des Monte Amiata vom gemäßigten Klima und ähnlichen Voraussetzungen wie in Montalcino. Auch der ehemalige technische Direktor des Chianti Classico-Konsortiums, Daniele Rosellini, hat dort eigene Weinberge angelegt. Bei seinem Weingut Campi Nuovi (neue Felder) ist der Name Programm und ein klares Bekenntnis zur Erschließung von Gegenden, die keinerlei Tradition besitzen, dafür aber erschwingliche Landpreise, die ein Return on investment nicht in die nächste Generation verlagern.

Vom Konsortium ist zu lesen: Am Montecucco wächst der Sangiovese dell’Amiata: Eine neue, vielversprechende Sorte unter den Weinen aus der Toskana, hergestellt aus den liebevoll umhegten Reben von 7 Gemeinden, die die Auszeichnung DOC (kontrollierte Herkunft) tragen dürfen: Arcidosso, Campagnatico, Castel del Piano, Cinigiano, Civitella Paganico, Roccalbegna und Seggiano.
Als Repräsentant und Sprecher seiner Mitglieder eröffnet das Consorzio das Jahr 2017 mit der Teilnahme an zwei der entscheidenden, stark international geprägten Events unter den Weinveranstaltungen: Selezione Maremma und die Anteprime Toscane. Das erste Rendezvous ist im Februar im Hotel Regina in Wien. Das Consorzio del Montecucco, anwesend mit 9 Herstellern (Podere Assolati, Parmoleto, Tenuta Ribusieri, Colle Massari, Peteglia, Poggio Stenti, Tenuta Impostino, Tenuta Tondaia, Campinuovi), stellt sich, gemeinsam mit dem Consorzio Maremma Toscana und dem Consorzio del Morellino di Scansano, dem österreichischen Markt vor….

Carmignano und Cortona - Zwei Welten

Tradition besitzt das Anbaugebiet Carmignano in der Nähe von Florenz genug. Der rote Carmignano war einer der ersten Weine in der Toskana, in dem die Sorte Cabernet Sauvignon erlaubt war. Angesichts der Dynamik der Anbaugebiete entlang der toskanischen Küste fällt es den Winzern aber schwer, Schritt zu halten. Zu wenige junge Weingüter sorgen für den Auftrieb, da ist der traditionsreiche, zuverlässig arbeitende Betrieb der Adelsfamilie Bonacossi, die Tenuta Capezzana, einfach zu wenig.
Ganz anders in Cortona. Dort haben einige Winzer des benachbarten Anbaugebietes Vino Nobile di Montepulciano ihr Geld in neue Weinberge investiert. Die angesagten Rebsorten sind Syrah und Merlot, aber auch der einheimische Sangiovese hat seinen Platz. Wahre Wunder vollbringt keiner über Nacht, die Reben brauchen eben so ihre Zeit zum Wachsen. Einzelne Winzer zeigen aber mit ihren Weinen bereits, dass der französische Syrah sich dort wohlfühlt. Im Brunello-Gebiet übrigens werden die Weine aus internationalen Sorten, die innerhalb der Gebietsgrenzen erzeugt werden, als Sant’Antimo Rosso abgefüllt. Sie sind benannt nach der Abtei Sant’Antimo bei Castelnuovo d’Abate, die eine mehr als 1.000 Jahre alte Geschichte besitzt.

Einige der besten Weingüter der Gegend

VIA AURELIA-WEINGÜTER

TENUTA DI VALGIANO

CAIAROSSA

PETRA

MONTECUCCO-WEINGÜTER

CAMPI NUOVI

COLLE MASSARI

SALUSTRI

ORBITELLO-WEINGÜTER

MONTEVERRO

SASSOTONDO