Weißburgunder in Eppan - Anfang August ist es soweit!

Spatium Pinot blanc bringt Weißburgunderfreunde und Winzer aus ganz Europa nach Eppan

Die Premiere von Spatium Pinot Blanc, Europas einziger der Rebsorte Weißburgunder gewidmeten Veranstaltung war ein Erfolg. Deshalb geht vom 4. bis 6. August 2016 in Eppan/Südtirol erneut der Vorhang auf. Eine Plattform für fachlichen Austausch von Winzern, Branchenkennern, Fachjournalisten und Weinliebhabern sollte es sein. So kamen über 80 Produzenten aus den wichtigsten Anbauregionen in Italien, Deutschland, Österreich sowie mehr als 100 nationale und internationale Journalisten und Weinprofis zusammen. Sie nahmen an Masterclass-Verkostungen, Fachvorträgen und der Podiumsdiskussion teil und der Tenor lautete: Das Potenzial der Rebsorte sei international noch verkannt, der Weißburgunder/Pinot Bianco sei zu Unrecht unterbewertet. Doch könne er sich zu einer Trendsorte entwickeln. Südtirol komme bei diesem Wachstumsprozess eine entscheidende Rolle zu, und zwar als Inbegriff des qualitativ hochwertigen Weißburgunders.
Konsequent ist da nur, dass Südtirol sich für eine Profilierung der Sorte an die Spitze der Aufwertung setzen möchte und auch sollte.

Das aktuelle Programm

Zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltung begeben sich die Teilnehmer am Donnerstag, 4. August erstmals und in Zusammenarbeit mit Vinum Hotels Südtirol auf eine abendliche Entdeckungstour auf der Suche nach der idealen Speisenkombination zum Weißburgunder. Der Freitag (5. August) richtet sich an das Fachpublikum mit Expertenvorträgen von unter anderem Dr. Pascal Wegmann-Herr („Önologische Gestaltungsmöglichkeiten zur Erzeugung von Pinot Blanc“), Konrad Pixner („Der Einfluss des Pressprogramms auf die analytischen und sensorischen Parameter bei Weißburgunder“) und Dr. Dieter Hoffmann („Der Markt für Pinot Blanc“). Ein Höhepunkt am Freitag ist sicherlich die Vorstellung einer länderübergreifenden Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen und der PR-Agentur daviso durchgeführt wurde. Die Erhebung gibt Aufschluss über den Status Quo und Entwicklungspotenziale des Weißburgunders in Europa; über Herstellung, Vermarktung und Preise – aus Sicht von führenden europäischen Playern am Markt.
 
Im Anschluss folgt eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Weißburgunder No Limits?“, an der sich Profis aus der nationalen und internationalen Weinwelt beteiligen, sowie ein Ausflug in ein lokales Produktionsgebiet des Weißburgunders samt Bodenprofilausgrabung und die Vorstellung des Anbaugebiets Baden. Der Freitag klingt mit Präsentationen und geführten Blindverkostungen von verschiedenen Weißburgundern aus ganz Europa aus. Der Samstag (6. August) steht schließlich als Besuchertag allen Weinliebhabern offen und bietet weitere Präsentationen und Masterclass-Verkostungen von Weißburgundern aus Südtirol, Friaul Julisch Venetien, Trentino sowie Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich.

Die Meinungen

Schon die Namensgebung ist schwierig, doch gehen die Meinungen auseinander, ob man Weißburgunder oder Pinot Bianco für die Kommunikation im Ausland nutzen sollte. Welche Märkte sind den Südtirolern für die Profilierung dieser vergleichsweise kleinen Menge wichtig? Das muss kommunikationsstrategisch klar sein, ob man hier eher auf Europa oder auf Übersee setzt. Eine Partnerschaft mit der Pfalz kann funktionieren. In Baden, genauer gesagt am Kaiserstuhl, gibt es schon ein im Zwei-Jahresrythmus stattfindendes Grauburgunder-Event (Juni 2017).
In welcher Klasse wollen die Kellereien punkten? Beim Basisweißburgunder (im Liter, meist im Supermarkt) soll der Name weniger auftauchen, dafür lohne sich eine Gesetzesanpassung, man könne eventuell fürs high end den Begriff Riserva einführen. Im Einstiegsbereich ist vielen die Rebsorte nicht so entscheidend, ergo sollten Lagenweine das Gebiet Südtirol und die Sorte profilieren. Solche Lagenweine können 5-8 Jahre reifen! Diese Weine passen zur balancierten Küche mit weniger kräftigen Aromen, wo Frische und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Und immens wichtig ist auch, dass die Preise in der Mittellinie der Gastronomie liegen sollten. Positiv ist, dass auch die Weinführer ihre Auszeichnungen schon an diese Weine vergeben! Weniger wichtig scheint da der Wein im high end-Bereich aus dem Barrique, der 10 Jahre und älter werden kann. Da können die Kellereien schon mit dem Chardonnay bzw. einem Blend aus Chardonny, Weißburgunder und Sauvignon blanc punkten.

Fakten und Hintergrundinfos

16.000 ha Weißburgunder stehen ca. 70.000 ha Grigio und 170.000 ha Chardonnay weltweit gegenüber. In Südtirol waren 1963 von 63 Weißweinen immerhin 23 Weißburgunder, heute gibt es 100 Etiketten. Bereits in den 1920igern wurde PB gerne mit etwas PG verschnitten und als Strahler verkauft, der Name soll auf die Reberziehung zurückgehen. 1985 wurde dann zwischen Chardonnay und PB klar unterschieden, was zur Folge hatte dass nun nicht mehr 624 ha, sondern 470 ha PB in Südtirol ausgewiesen wurden. Ab 1960 wurden Klone angebaut, die jedoch ihre Grenzen haben, weshalb klonfreies Material aus ganz alten Weinbergen derzeit in Südtirol selektioniert wird. Zudem sollen in einem Forschungsprojekt Biomarker für die Qualität des PB untersucht werden, darunter Klonmaterial, Pressvorgang, N2-Versorgung, Lesezeitpunkt in den Trauben und im Wein.
Übrigens ist Weißburgunder eine Mutation des Pinot Noir und nicht wie lange Zeit irrtümlicherweise geglaubt, eine Mutation des Pinot Gris. Im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erfasst, befindet sich die Rebsorte Weißburgunder auch international im Aufwind. Das flächenmäßig bedeutendste Anbaugebiet Europas ist heute Deutschland, mit rund 4500 Hektar. Weitere wichtige Weißburgunder-Regionen liegen in Frankreich, Italien und Österreich. In Südtirol spielt der Weißburgunder in zweifacher Hinsicht eine bedeutende Rolle: Einerseits nimmt die Anbaufläche tendenziell zu (derzeit 515 Hektar), andererseits gehört er zu den Leitsorten in der Südtiroler Weinwirtschaft.


Das Event wird veranstaltet von Vineum Eppan, dem Versuchszentrum Laimburg und dem Tourismusverein Eppan – mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Eppan, der Raiffeisenkasse Überetsch, der Handelskammer Bozen, Südtirol Wein sowie dem Amt für Landwirtschaft. Ziel der Veranstalter ist es, die Veranstaltung als Lead-Event im Weißweinbereich zu etablieren. Weitere Infos zu www.spatium-pinotblanc.it

Weinweltens Favoriten der Südtiroler Weißburgunder