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Chianti Classico - 302 Jahre Geschichte eines modernen Weines

1716 legte ein Medici im Chianti Gebietsgrenzen und Rebsorten fest, das feiern alle dieses Jahr!

Die Winzer und die Verantwortlichen des Konsortiums feierten das 300jährige Jubiläum ihres Weines, da freute sich auch der Gallo Nero, der jedoch lediglich knapp 100 Jahre auf dem Buckel hat (siehe Chronologie unten). Begonnen hat das Jubeljahr im Februar in Florenz mit der Präsentation der Weine und der neuen Grafik bei der Chianti Classico Collection, die eigens zum Jubiläum von ZOWART in Rom entwickelt wurde.

Ein wahrhaftig historischer Wein

Die Verordnung für die Weinproduktion und Gebietsgrenzen im Chianti wurde vom Großherzog Cosimo III  de Medici am 24. September 1716 unterzeichnet, ein guter Grund also für die Winzer in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag der ersten per Gesetz definierten Weinherkunft zu feiern. Damals wurde erstmals in der europäischen Weingeschichte die Verbindung zwischen einem geographischen Gebiet und einem bestimmten Wein durch ein offizielles Schriftstück legitimiert.
Die Verordnung lautete in Auszügen “Sopra la Dichiarazione de’ Confini delle quattro regioni Chianti, Pomino, Carmignano e Vald’Arno di Sopra”, in cui l’area più estesa era rappresentata proprio da quel territorio compreso tra le città di Firenze e Siena in cui nasceva l’omonimo vino Chianti (heute Chianti Classico).“
Das Gebiet verkaufte zu dieser Zeit bereits sehr erfolgreich seinen Wein in Fässern, so dass es dem Großherzog angeraten schien, das Besitztum zu schützen. Die Herkünfte Carmignano, Pomino und Val d’Arno di Sopra, die auch in der Verordnung genannt werden, erreichten jedoch in keiner Phase die Bedeutung des Chianti.

Die Fakten des Classico bzw. Gallo Nero

In der Gegend zwischen den berühmten toskanischen Städten Florenz und Siena liegt das Chianti-Gebiet. Dort ist einer der beliebtesten Rotweine Italiens zuhause – der Chianti Classico. Sanfte Hügel, Zypressenbäume und Weinberge prägen die Landschaft des Chianti, letztere besonders in bekannten Weinorten mit so klangvollen Namen wie Greve in Chianti, Panzano, Castellina in Chianti, Radda in Chianti oder Gaiole in Chianti. In Teilen zählen auch die Gemeinden San Casciano Val di Pesa, Tavarnelle Val di Pesa, Barberino Val d'Elsa, Poggibonsi und Castelnuovo Berardenga dazu.
Flächenmäßig ist das Chianti-Gebiet rund 70.000 Hektar groß, doch nur  auf etwa 10.000 ha wachsen Reben. Davon bauen auf ca. 7.000 ha mittlerweile 380 Weingüter ihre Trauben für den DOCG Chianti Classico an, was in der Summe jedes Jahr 30-35 Millionen Flaschen Rotwein ausmacht.
Alles dreht sich um die Rebsorte Sangiovese, die dem Wein seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Mehr und mehr Chianti-Classico-Winzer keltern heute ihren Wein zu 100% daraus. Damit haben einige Pioniere bereits in den Siebziger Jahren angefangen, in der bewegten und langen Vergangenheit war es jedoch Usus der Hauptrebsorte kleinere Anteile anderer Rebsorten hinzuzufügen. Vorschrift ist heute ein Anteil von 80-100% Sangiovese, die Entscheidung ob oder in welcher Höhe er andere Rebsorten einsetzt, bleibt somit dem Winzer überlassen. Nur wenige reizen die erlaubten 20 Prozent voll aus.  Sie runden ihre Weine höchstens mit ein paar Prozent altbekannter Sorten wie Canaiolo, Colorino, Malvasia Nera, Pugnitello, Ciliegiolo ab,  oder sie nutzen die beliebten Sorte Merlot neben Cabernet Sauvignon, Syrah und Petit Verdot als Ergänzung.

Chianti Classico Chronologie

2013

Einführung der Kategorie Gran Selezione in der Produktionsvorschrift des Weines

2010

Ein Gesetz untersagt den Winzern Chianti-Wein im Anbaugebiet des Classico zu erzeugen 

20056
Die Erlaubnis der Nutzung von Weißweintrauben wird aus dem Gesetz gestrichen

1996

Chianti Classico ist eine eigenständige DOCG, Abtrennung des Chianti DOCG

1984
Chianti Classico erhält die DOCG-Bezeichung

1932
Classico-Bezeichnung wird eingeführt, zur Unterscheidung der Weine innerhalb und außerhalb des historischen Gebietes
1924
Gründung des Konsortium zur Verteidigung des Chianti Weins und seiner Herkunftsmarke. Das gewählte Symbol ist der Schwarze Hahn.
1716

Großherzog der Toskana Cosimo III. legt die Grenzen des Anbaugebiets des Weins “Chianti” und seine Produktionsvorschriften fest.

Eine Legende? - Der schwarze Hahn ist ein Siegertyp

Der Legende nach war es im Mittelalter ein schwarzer Hahn, der das Schicksal des ganzen Chianti-Gebietes beeinflusste. Unerbittlich kämpften damals die Städte Florenz und Siena um die Vorherrschaft, im Chianti kam es immer wieder zu Streitigkeiten und Kämpfen wegen des unklaren Grenzverlaufs. Um diesen Streit endgültig zu klären, so erzählt es die Legende, kam man überein, aus jeder der beiden Städte einen Reiter loszuschicken. An dem Ort, an dem sich die beiden begegnen würden, sollte von nun an die Grenze verlaufen. Der Aufbruch sollte im Morgengrauen stattfinden, das Startsignal vom Krähen des ersten Hahns gegeben werden. So wählten die Bewohner von Siena (nach Aussagen der Bürger von Florenz) einen weißen, fetten und verwöhnten Hahn. Die Florentiner hingegen entschieden sich für ein schwarzes Tier, das sie in einem kleinen und dunklen Hühnerkäfig fast ohne Essen hielten, so dass es wohl sehr schlecht gelaunt war. So begann der schwarze Hahn kräftig zu krähen, kaum dass er aus dem Hühnerkäfig entlassen wurde, obwohl es noch dunkel war.
Der Reiter galoppierte los, während sein Konkurrent aus Siena das Morgengrauen abwarten musste, bis der weiße Hahn endlich den ersten Laut von sich gab. Er legte nur zwölf Kilometer zurück, als er nahe Fonterutoli auf den anderen Reiter traf. Auf diese Weise geriet fast das gesamte Chianti Gebiet unter die Kontrolle der Florentiner Republik.

Moderne Aspekte des altehrwürdigen Hahns

Gallo Nero ist heute, bezogen auf das gehobene Premiumsegment, eine der bekanntesten Weinmarken in der Weinwelt.  Da kann man das Logo ruhig von Zeit zu Zeit auffrischen und moderner gestalten, zumal es sich zum Jubiläum im Jahre 2016 geradezu anbot.
Noch wichtiger ist die Tatsache, dass der Hahn sich nun sichtbarer auf der Flasche zeigen darf. Er ist nicht mehr nur auf dem Flaschenhals zu sehen, sondern kann auch das Rückenetikett zieren.
Dass der Gallo Nero seit dem Jahre 2005 die gesamte Produktion des Chianti Classico schmückt und aufwertet, ist für alle Marktteilnehmer eine Vereinfachung, denn in den Neunzigern kam es doch zu einigen Verwirrungen, weil renommierte Winzer das Logo nicht auf die Flasche klebten.