Soave 2017 - Der Geschmack des Weins

Ein trendiger Weißweingeschmack bei 12,5 bis 13 Vol% und eine schmeichelnde Frucht

Foto oben: Soave-Weine am Stand des Konsortiums an der Vinitaly 2017, verkosten leicht gemacht
Foto unten: Die Trauben und das Gestein im Boden definieren den Weingeschmack maßgeblich

Unterschiedliche Stilistiken des Soave wurden im Rahmen der Verkostungen beim Soave Preview thematisiert und eingehender beleuchtet. Unteranderem verkosteten die angereisten Journalisten aus aller Welt eine aussagekräftige Auswahl von 12 Crus des Soave, die von Sarah Abbott, Master Sommelier aus England, und dem italienischen Journalisten Alessandro Brizi vorgestellt wurden. Jeder hatte seine Favoriten, doch waren sich die beiden Dozenten einig, dass alle Weine zur Spitze des Angebotes der DOC zu zählen seien. Mit der kürzlich umgesetzten Änderung können diese Crus-Lagen auf dem Etikett aufgeführt werden,  es sind sogenannte “menzioni geografiche aggiuntive“. „Besonders für die Märkte im Ausland ist dies ein wichtiger Schritt zur Aufwertung des Soave, denn die Herkunft Soave zähle nun zum kleinen und elitären Kreis der historischen Anbaugebiete wie Barolo oder Barbaresco“, erklärte Aldo Lorenzoni, langjähriger Direktor des Konsortiums und Initiator vieler Maßnahmen.
Insgesamt hat das Konsortium in aufwendiger Detailarbeit 64 historische Weinbergslagen (Vigne storiche) ausgewählt, die den Begriff „Crus“ aufgrund ihrer Historie, aber auch des Bodens, der Weinbergslage und der Jahr für Jahr besonderen Traubenqualität tragen dürfen. Diese Auswahl wird untermauert durch die aufwendige Arbeit der geologischen Einteilung in Zonen, die das Konsortium von 1998 bis ins Jahre 2006 beschäftigt hatte.

Eine weitere hochwertige Verkostung drehte sich um die traditionelle Erziehungsform der Pergola “Sotto il segno della pergola” im Vergleich zum weit verbreiteten Guyot bzw. Bogenerziehung. Kein Geringerer als der mittlerweile pensionierte Rebenpapst und Wegweiser der italienischen Rebenkultur Attilio Scienza sorgte für den wissenschaftlichen Input als Vorlauf zur Verkostung. Maurizio Gily, Direktor der Landwirtschaftszeitung Mille Vigne und Walter Speller, Italienkorrispondent des Online-Auftrittes der Weinjournalistin Jancis Robinson stellten 12 Weine aus ganz Italien vor, die in der Hochstammerziehung Pergola angebaut werden. „Eine auf Qualität ausgerichtete Pergola-Erziehung kann ebenso große Weine wie die modernen Reberziehungen liefern, was einige Soave-Crus-Weine eindrucksvoll belegen konnten.
Zum Thema Mineralität in den Weinen des Soave mit dem Titel “Does minerality exist” diskutierten anhand eines weiteren Aufreihung von 12 Weinen des Soave Classico Master Sommelier John Szabo aus Kanada und Salvo Foti aus Sizilien. Szabo stellte auch sein neues Buch über die Weine von Vulkanböden (in Englisch) vor, in dem auch die Weine des Soave Classico selbstredend vertreten sind. Der Weinmacher Foti, der einen großen Anteil am Aufschwung der Weine des Etna in Sizilien für sich veranschlagen kann, referierte über die Ausprägung der Mineralität in diesen Weinen, die der Journalist Alessandro Brizi am Beispiel einiger Soave-Weine praktisch erläuterte.

Soave zum Essen genießen

Zum Jubiläum des Soave Preview im Mai 2017 konnten Weinliebhaber des Soave etwas ganz besonderes erleben. Die Veranstaltung „Wine & Street Food Experience” ermöglichte das Verkosten der verschiedenen Qualitäten des Soave aus dem Jahre 2016 in „Abbinamento“ mit den beliebten Küchen der ganzen Welt, von koreanischen Gerichten über Gourmet-Hamburger bis zu den Thai-Curry-Spezialitäten. Ein vielseitiger Weißwein, der sich den Gerichten anzupassen weiß und erfreulicherweise wenig dominante Aromen und selten wuchtige Körper mit viel Alkohol besitzt. Je nach Kombinationsbedarf ist ein frischer Jahrgangswein mit 12,5 Vol% angesagt oder ein Superiore bzw. Crus-Soave mit kräftigerer Struktur und einem Alkohol von 13,0 bis 13,5 Vol%. D
Abschließend noch eine persönliche Beobachtung zur Wein- und Speisenkombination: Die Tatsache, wie gut ein Soave zu Weichkäsen auf Kuhmilch- oder Schafmilchbasis harmoniert, das lässt sogar die stolzen Franzosen neidvoll erblassen.