Soave 2017 - Die Vulkane und die Crus-Lagen

64 Historische und quailifzierte Crus-Lagen kennt das Gebiet

Fotos: Moderne Infografiken des Konsortiums zu den Crus-Lagen und den Bodenstrukturen

In den Hügeln (und der angrenzenden Ebene) im Osten der Provinz Verona ist der Soave zuhause. Das Castello in Soave sowie die ersten Weinberge sind von der Autobahn Verona-Venedig gar nicht zu übersehen.  Das Konsortium ist eines der emsigsten in Italien, es hat für den Weinliebhaber und den Fachmann eine ganze Menge Schulungsmaterial und Informationsbroschüren erstellt, welche den Exportanteil von 80% in englischer Sprache beim Abverkauf unterstützen. Neben den detaillierten, topografischen Weinbergskarten sind zur Orientierung die zentralen Weinorte wichtig: Neben den Orten Soave und Monteforte d’Alpone werden die Rebsorten des Soave in San Martino B.A., Lavagno, Mezzane, Caldiero, Colognola, Illasi, Cazzano di Tramigna, San Bonifacio, Roncà, Montecchia und S. Giovanni Ilarione angebaut. Die Orte verteilen sich auf die Täler Alpone, Tramigna, Illasi und Mezzane. Für den Boden gilt der Merksatz: „colline di terreno tufaceo di origine vulcanica con importanti affioramenti calcarei.“ Fürs Klima gilt: Moderates Klima ohne harte Winter und superheiße Sommer!

Garganega ist die Hauptrebsorte des Anbaugebietes, der im Zusammenspiel mit diesem ausgewählten Terroir - Tuffstein vulkanischen Ursprungs mit nennenswerten Kalksteinanteilen - und dem milden Klima seine beste Interpretation findet. In der sensorischen Beschreibung fallen die Begriffe Mandel, weiße Blüten oft. Im Gegensatz zu einem Gewürztraminer oder Friulano ist die Aromenintensität zurückhaltend und fein. Die Säure ist moderat, die feine Mineralität der Böden mehr oder minder ausgeprägt, der Alkohol vergleichsweise niedrig, die meisten Weine liegen bei 12,5 oder 13 Vol% Alkohol, mit Ausreißern bis 13,5 Vol.%.
Die Traube besitzt einen langen Vegetationszyklus, sie reift relativ spät und wird meist im Oktober geerntet, wenn sie eine fast rotgold-ähnliche Farbe besitzt. Glücklicherweise hat sie eine harte Schale, was sie weniger anfällig für Regen und Krankheiten macht.
Trebbiano di Soave ist traditionell in den Weinbergen präsent, doch hat sich das Pendel in den letzten Jahrzehnten deutlich zur Seite der Garganega geneigt. Es gab sogar fast ein Jahrzehnt Ende der Neunziger, in der die Sorte als minderwertig verteufelt wurde, weil sie zu Unrecht mit dem Trebbiano toscana in einen Sack gesteckt wurde. Heute ist die Sorte als minorenner Partner im Blend mit Garganega anerkannt, auch weil ihre Stärken, die Saftigkeit und Frische, die kräftige und dichte Struktur der Garganega gut ergänzen. Ein guter Teil der Winzer erzeugt dennoch Soave-Weine aus 100% Garganega und vermerkt dies meistens auf dem Etikett.

PDF - Die Vulkane Italiens im Weinkontext