Die Geschichte der Rebsorte Tocai Friulano ist eng verbunden mit Ungarns Anbaugebiet Tokaj. Einigen Quellen zufolge wurde sie zu Zeiten des Königs Bela dem IV. (1206 – 1270) vom Friaul nach Ungarn gebracht. Andere Quellen sprechen davon, dass der ungarische König einige italienische und französische Experten beauftragte, den „Furmint“-Wein zu erzeugen. Das ist der heutige Name der Hauptrebsorte des Tokaj Herkunftsweines, der ja aus mehreren Sorten gekeltert wird.

Die Adlige aus dem Friaul

Eine weitere Geschichtsdeutung zielt darauf ab, dass Aurora Formentini, eine Adlige aus dem Friaul, die Rebsorte im Jahre 1623 aus San Floriano – der hochgelegenen Ortschaft im Collio-Anbaugebiet, die damals Formint hieß – mitgenommen hat, als sie den Conte Batthyany geheiratet hat und ihm nach Ungarn folgte. Dieser Name wurde dann mit dem Ort verbunden, wo diese Sorte bis heute angebaut wird. Geschichtsforschung ist verzwickt und Gewissheit gibt es selten!

Moderne Völkerverständigung

Bereits im Jahre 1993 verbot die EU die Nutzung des Wortes Tocai beginnend mit der Weinernte 2007 (1. April 2007) für alle Weine des Friauls, weil das Wort zu nahe am Herkunftswein Tokaj ist. Auch die Franzosen waren betroffen, sie konnten für den Pinot Gris nicht mehr die Bezeichnung Tokay d’Alsace verwenden. Dabei sind beide Weine im Geschmack völlig unterschiedlich: Den Friulaner gibt es nur trocken, der ungarische Tokaj existiert in verschiedenen Stilen von trocken bis süß und ist berühmt für die extrem süße Variante.

Neuer Name für eine lange Tradition

Lange wurde im Friaul diskutiert. Neben dem Namen Friulano stand noch die Bezeichnung Sauvignonat zur Diskussion, doch die Entscheidung fiel dann zugunsten des Friulano aus. Der Wein heißt nun Friulano, doch die Rebsorte bleibt Tocai Friulano.