Im Valpolicella sind mehr 220 Weingüter und sieben Genossensschaften zuhause, und ca. 2.200 Betriebe erzeugen Trauben. Es existieren sage und schreibe 480 eingetragene Lager, in denen die Amarone- und Recioto-Trauben getrocknet werden. Mehr als ein Drittel der Trauben des Gebietes wird getrocknet, das sind 33 Millionen kg im Vergleich zu den 60 Millionen kg, welche direkt zu Wein verarbeitet werden.

Zahlreiche kleine Familienbetriebe und erfolgreiche Weinmarken prägen das Bild

Fast 200 Weingüter besitzen Weinberge und verarbeiten ihre Trauben zum eigenen Wein, nur zwei Dutzend größere Privatkellereien kaufen Trauben ein. Von den Trauben werden ca. 50% von Genossenschaften weiterverarbeitet, 25% von Erzeugerbetrieben vinifiziert und 25% von den Abfüllern. Insgesamt gibt es 280 Kellereien, die eigene Weine auf den Markt bringen.
Die kleinen Familienbetriebe sind dominierend, denn 40% der abgefüllten Weinmenge stammt won denen, die weniger als 20.000 Flaschen pro Jahr erzeugen. Nur 10% wird von Kellereien mit einer Jahresproduktion jenseits der 500.000 Flaschen geleistet. Im Jahre 2016 zählte das Konsortium 126 Weingüter, die mehr als 10 ha Rebfläche bearbeiten. Schauen wir uns die beiden benachbarten Valpolicella-Anbaugebiete an, so ist festzuhalten, dass sich im Valpolicella Classico 75% der Weingüter befinden, die 50% der jährlichen Flaschenmenge erzeugen, die andere Hälfte entfällt auf das Valpolicella (ohne Classico).

Die Zusatzbezeichnungen der Rotweine des Gebietes

Dazu zählen der Valpolicella (auch mit der Zusatzbezeichnungen „classico“, „Valpantena“ und der Spezifikation „superiore“), der Valpolicella Ripasso, der Recioto della Valpolicella, der Recioto della Valpolicella spumante (ebenso mit den Zusatzbezeichnungen „classico“ und „Valpantena“) und der Amarone della Valpolicella (mit den möglichen Zusatzbezeichnungen „classico“, „Valpantena“ und der Spezifikation „riserva“).  Die Produktionsmethode von Amarone und Recioto beruft sich auf eine Tradition, die diese Weine aus önologischer Sicht weltweit einmalig macht. Aus diesem Grund beantragte das Consorzio Vini Valpolicella eine Aufwertung von der Kategorie Doc zur Kategorie Docg (Denominazione di origine controllata e garantita) und führte nach Freigabe deren Produktionsrichtlinien mit der Lese 2010 ein.
Im Zuge der neuen EU-Weinmarktordnung entstanden vier eigenständige Produktionsvorschriften, mit Valpolicella DOC, Valpolicella Ripasso DOC, Amarone della Valpolicella DOCG und Recioto della Valpolicella DOCG (24. März 2010). Im Vergleich mit dem Amarone ist die Recioto-Jahresproduktion winzig, es sind lediglich ein paar Hundertausend Flaschen pro Jahr.
Besonderes Augenmerk im Konsortium erhielt der Valpolicella Ripasso, der von einer Produktionsmethode innerhalb des Valpolicella zu einer Weinkategorie mit einer eigenen kontrollierten Weinkategorie aufgestiegen ist. Im Jahre 2007 wurde der Ripasso per Minesterialdekret anerkannt, danach konnte die Erfolgsgeschichte dieses Weines beginnen.

Ein Konsortium ist in der Rechtsform eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die befristete oder auch unbefristete Vereinigung mehrerer rechtlich und wirtschaftlich selbstständig bleibender Unternehmen zur Durchführung eines vereinbarten Geschäftszweckes. Die Mitglieder eines Konsortiums werden Konsorten genannt. (Quelle: Wikipedia)

Die Aufgaben des Konsortiums

•    Werbung und die Aufwertung des Produktes
•    Durchführung von Kontrollen der einzelnen Produktionsschritte, auch im  Hinblick auf eine Regelung des Angebotes
•    Kontrolle der im Markt befindlichen Produkte auf Konformität 

„Der fast tägliche Kontakt sowohl mit kleinen Erzeugern als großen Playern des Weinmarktes qualifiziert das Konsortium als wichtiges Instrument innerhalb der Weinbranche und macht es zum Ansprechpartner für jeden, der sein Wissen über das Gebiet und die berühmten Weine vertiefen möchte“  sagt Olga Bussinello, Direktorin des Konsortiums. Dieses Amt besetzt die qualifizierte Fachfrau seit 31. Januar 2010. Ihr Vorgänger, Emilio Fasoletti, begleitete die Geschicke des Konsortiums gar über drei Jahrzehnte. Auch der im Turnus von drei Jahren gewählte Präsident ist eng mit der Entwicklung und dem Erfolg des Konsortiums verbunden. Aktuell vertritt das Konsortium 199 Kellereien, rund 230 Erzeuger und knapp 2000 Landwirtschaftsbetriebe, die Trauben erzeugen (2016).

Meilensteine der Arbeit des Konsortiums

Seit seiner Geburt im Jahr 1924 definiert das Consorzio per la Tutela dei Vini Valpolicella seine Rolle immer wieder neu und stellte sich neuen An- und Herausforderungen. Die letzte große Veränderung brachte eine Gesetzgebung 2010, die die Kontrolle der Denominazione an die Genossenschaften übertrug. Seit diesem Zeitpunkt sind die Genossenschaften selbst für ihre Promotion und die Stärkung ihrer Region verantwortlich sind. Eine bedeutende Wende, doch bereits im ersten Jahr hat die gesteigerte Nachfrage gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Die erste Versammlung des Konsortiums fand am 9. November 1924 in San Pietro in Cariano statt, um die Basis für ein Konsortium zu schaffen, das die Typizität der Valpolicella-Weine schützt. Unter dem Vorsitz von Pio Brugnoli, in Anwesenheit von Arturo Marescalchi, wurde das Konsortium am 9. Februar 1925 zum ersten seiner Provinz ernannt. Pio Brugnoli setzte sich mit großer Beharrlichkeit für die Weiterentwicklung ein. Doch es dauerte noch einige Zeit, bis die ersten Maßnahmen umgesetzt und gewünschte Ziele erreicht wurden. Das Gesetz 930 aus dem Jahr 1963 führte schließlich dazu, dass 1968 die Produktionsrichtlinien für Valpolicella-Weine veröffentlicht wurden. Das heutige Konsortium wurde 1970 gegründet und trägt heute den Namen Consorzio Tutela Vini Valpolicella.

Erfolgreiche Weine! Die Amarone-Produktion ist aufgrund seiner zunehmenden Nachfrage zwischen 2006 und 2010 um rund die Hälfte gestiegen. Die Produktion des Valpolicella Ripasso hat sich in diesem Zeitraum sogar verdreifacht. In Folge dessen hat sich allerdings die Menge der sonstigen Valpolicella-Produktionen proportional eher verringert. Die Trauben und Weine der Valpolicella-Region sind zwar sehr gefragt, die Preise für den einfachen Valpolicella stagnieren bereits seit mehreren Jahren, was die wirtschaftliche Situation der Weinbauern nicht verbessert.

Die Mission: Die Produktion der Weine ins Gleichgewicht bringen

Das Konsortium hat festgelegt, die Traubenmenge für die Amarone-Produktion ab 2010 von 65% auf 50% zu beschränken und Registereintragungen für Valpolicella-Weinberge für drei Jahre zu blocken. "Solche Mitteilungen lesen sich für Außenstehende, wie das erzwungene Anlagen eines strengen formalistischen Korsetts von Regelungen. Aber was zunächst wie ein Rückschritt aussieht, kann und soll in Zukunft das Image und Ansehen des Anbaugebietes sogar steigern. Denn Qualität ist gefragt. Nicht nur Qualität für die Weine, sondern auch Qualität für eine starke Region – eine Region, die von ihren Reben, aber auch der Kreativität und dem Wissen ihrer Menschen lebt", sagt Olga Bussinello vom Konsortium, und ergänzt: "Zum Erreichen dieser Ziele braucht es allerdings Loyalität, Solidarität und das Gefühl der Zugehörigkeit. Es ist die Gesamtheit der natürlichen und geistigen Elemente, die den Aufbau einer neuen Ethik für das Anbaugebiet Valpolicella ermöglichen kann." Eine Doc im Gleichklang mit Produktion, Qualität und Markt - und dazu einem immensen Potential: das ist das Anbaugebiet Valpolicella. Bewusst hat die Region in den vergangenen zehn Jahren auf Strukturwandel und Marktänderungen reagiert, hat ihr internationales Ansehen gesteigert und als Folge gute Rentabilitätsmargen erzielt. Der Erfolg des Konsortiums und der Weingüter ist zum größten Teil auf ihre Produktionsgeschichte und damit auf die autochthonen Rebsorten zurückzuführen, die allen Weintypen des Valpolicella-Regelwerks ein unverwechselbares und unnachahmliches Gesicht schenken.