Woran lässt sich ein guter Rotwein als Laie erkennen?

Draußen Dunkelheit und Regen, im Wohnzimmer Kerzenschein und ein schönes Glas Rotwein

Liebhaber edler Tropfen wissen es: Zu einem guten Essen oder entspannenden Abend gehört ein Glas Rotwein dazu. Was gibt es Schöneres, als an einem grauen Wintertag in gemütlicher Atmosphäre bei einem flackernden Kaminfeuer oder romantischem Kerzenschein den Gaumen zu verwöhnen? Großer Beliebtheit erfreuen sich italienische Weine, die für ihre gute Bekömmlichkeit bekannt sind. Wussten Sie, dass es in Italien verboten ist, sie mit Zucker anzureichern. Stattdessen benutzen sie konzentriertes Traubenmostkonzentrat. So soll der natürliche Geschmack sortenreiner Rebensäfte erhalten bleiben.

Aussagekräftige Banderolen in Italien

Lange Zeit war Italien vor allem für seinen Chianti, ein Roter aus der Toskana, bekannt. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine enorme Qualitätssteigerung bei italienischen Weinen, wodurch sie in die ersten Reihen des internationalen Weinparketts aufgestiegen sind. Köstliche Tropfen der höchsten Kategorien können auch Laien leicht erkennen: Die Flaschen tragen am Hals eine Banderole mit der Bezeichnung „DOCG“. Diese kennzeichnet die kontrollierte und garantierte Herkunft des Weines sowie die Abfüllung vor Ort. Italien bietet anspruchsvollen Genießern 74 DOCG-Weine, 333 DOC-Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung und 118 IGT-Weine. Doch nicht automatisch ist ein DOCG-Wein besser als andere, die Winzerleistung wiegt mehr.

Vielen Weinkennern ist bekannt, dass sich auch in der letztgenannten Gruppe einige qualitätsstarke Produkte finden. Manche von ihnen wurden von Experten mit Höchstnoten ausgezeichnet. Beispielsweise der US-amerikanische Weinkritiker Robert M. Parker sowie das österreichische Wein- und Gourmetmagazin Falstaff vergeben stets hohe Bewertungen. Auch hier ist einzuschränken, dass Ihnen der Wein schmecken muss, nicht die Punkte. 
In der DOCG-Kategorie nimmt der Chianti Classico einen besonderen Rang ein. Ein Paradebeispiel stellt der Gallo Nero, auf Deutsch: Schwarzer Hahn, dar, der zu den besten italienischen Weinen gehört.

Kritikerstimmen bei der Weinauswahl beachten

Wer einen guten Wein auswählen möchte, sich jedoch im riesigen Angebotsdschungel nicht auskennt, kann unter anderem die Beurteilungen bekannter Kritiker nutzen. Parkers Bewertungen erfolgen durch die Vergabe von numerischen Parker-Punkten, mit 100 ist die Höchstnote erreicht. In der Regel zeichnen Weinhändler in den USA ihre Produkte mit der „PP-Beurteilung“ aus. Interessierte haben verschiedene Möglichkeiten, sich in Parkers Einschätzungen einzulesen, wenn sie den Geschmack teilen, denn alle zwei Monate erscheint der Newsletter „The Wine Advocate“

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Zeitschriften, die sich intensiv dem Thema Wein widmen. Dazu zählen in Deutschland zum Beispiel:

Enos: Publikumszeitschrift mit den Hauptthemen Wein, Menschen, Kulturen, vier Ausgaben pro Jahr, richtet sich an Menschen, für die Weingenuss zum Lebensgefühl gehört.
Meiningers Weinwelt: Special-Interest-Zeitschrift für Weinkenner und Einsteiger.
Weinmagazin Schluck: für kultur- und designbegeisterte Genussmenschen, macht unabhängig und authentisch Weinkultur erlebbar.

6 Grundsatz-Tipps für Laien

Das Weinangebot im Handel ist groß. Ein roter Faden ist für alle Menschen, die einen exklusiven Tropfen genießen möchten, das A und O für die richtige Auswahl. Nachstehende Tipps helfen Laien, dem Geheimnis eines guten Weines auf die Spur zu kommen.

Rebsorte
Die Rebsorte gilt als vorrangig geschmacksdefinierender Faktor. Ausschlaggebend hierbei sind die Aromen der jeweiligen Trauben – Weine einer bestimmten Rebsorte haben selbst dann eine gewisse Ähnlichkeit, wenn sie an ganz verschiedenen Standorten weltweit hergestellt werden. Wer auf der Suche nach einem Rotwein höchster Qualität ist, sollte deshalb bei der Auswahl vor allem nach der passenden Rebsorte Ausschau halten. Der typische Geschmack einiger bekannter Rotweinsorten stellt sich wie folgt dar, hier einige Beispiele nicht italienischer Rebsorten:

•    Cabernet Sauvignon – dabei handelt es sich um die wohl weltweit bekannteste Rebsorte; Aroma von schwarzen Johannisbeeren, teilweise auch von grüner Paprika
•    Merlot – hergestellt aus sehr dunklen Beeren, geschmackliche Assoziationen: Kirsche und Tabak
•    Pinot Noir – Verwendung von roten Beeren, Erdbeeraroma
•    Syrah – Geschmack nach Pflaumen, schwarzem Pfeffer und Veilchen
•    Tempranillo – Aroma erinnert an Brombeeren, Kirsche sowie Lakritze
•    Zweigelt – erinnert an Vanille, Brombeeren und Weichsel

Preisklasse

Generell kann davon ausgegangen werden, dass ein hoher Preis für eine Flasche Wein kein Garant für eine herausragende Qualität ist. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass für etwa zwei Euro kein Hochgenuss zu erwarten ist. Von einem Weinfachmann kommt folgende ehrliche Betrachtung: Der Unterschied bei einer sorgfältigen Weinauswahl und Blindverkostung zwischen einem guten Wein für 20 Euro und einem 100-Euro-Rebensaft lässt sich nicht schmecken. Außerdem sollte man der Verführung einer schicken Verpackung, beispielsweise einer edel gestalteten Holzkiste, ruhig widerstehen. Sie sagt nichts über den Inhalt aus, erhöht jedoch den Kaufpreis für den Wein.
Farbe
Einen kleinen Hinweis kann die Farbnuance des Rotweines geben. Exquisite Produkte präsentieren sich in einem kräftigen, dunklen Rot. Das ist für sich genommen kein Garant für ein Geschmackserlebnis, ist jedoch ein Faktor, der gemeinsam mit anderen in eine bestimmte Richtung deuten kann, was die Qualität des Weines betrifft.
Geruch
Ein eindeutiges Merkmal für einen schlechten Wein ist ein auffälliger, schimmliger oder ranziger Geruch. Kenner achten besonders auf ein klares und fruchtiges Aroma, je nach Rotweinsorte kann auch Sanftheit angesagt sein.
Geschmack
Garantiert ist: Schmeckt der Rotwein sauer oder bitter, erfüllt er entweder keinerlei Qualitätsansprüche oder er ist schlichtweg gekippt. Für Hochwertigkeit spricht zum Beispiel auch der Alkoholgehalt. Bei einem trockenen, guten Rotwein liegt dieser bei mindestens zwölf Prozent.
Äußere Bedingungen
Ob Weiß- oder Rotwein, zu hohe Temperaturen wirken sich ungünstig auf das Aroma und den Geschmack aus. Wer beim Einkauf feststellt, dass das Geschäft sehr warm ist, sollte auf den Erwerb eines Rebensaftes besser verzichten. Darüber hinaus werden Qualitätsweine in der Regel in dunklere Glasflaschen abgefüllt. Bei hellem Glas besteht das Risiko von Lichtschäden, weshalb man auf eine abgetönte Variante zugreifen sollte.