Viele vergessen, dass ein schöner Wein zwar dem Gaumen bei einem guten Essen schmeichelt, davor steht die Kaufentscheidung, die oftmals vom ansprechenden Etikett abhängt. Die Gestaltung einer Flasche ist schließlich der erste Kontakt mit dem Wein und sendet dem Interessenten bereits Kauf-Impulse. Gerade für Beschäftigte im Weingewerbe ist deshalb die aufmerksame Gestaltung der Etiketten von großer Bedeutung, da sind sich alle einig.

Was macht den Wein einzigartig?

Bei einer so breiten Auswahl italienischer Weine ist es wichtig ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Was bewegt andere dazu, sich für einen Winzer zu entscheiden? Machen Sie sich genügend Gedanken darüber? Schließlich sind es meist nur flüchtige Blicke auf Etiketten, die letztlich die Entscheidung fällen. Das Design muss aussagekräftig sein! Wer dem Etikett seine persönliche Note verleiht, sticht aus der breiten Masse heraus – und das ist entscheidend.
Gerade weil der Kontakt so kurz ausfällt, ist es wichtig, lediglich die prägendsten Kernmerkmale zu präsentieren. Nach der Philosophie von „weniger ist mehr“ kann eine Weinflasche folgendes vermitteln:

Methode der Weingewinnung # Außergewöhnliche Weinsorte # Philosophie des Unternehmens # Herkunft der Weintrauben

Eine Weinsorte aus der Toskana oder Apulien kann so bereits mit ihrer Herkunft aus den bekanntesten Weinanbaugebieten Italiens punkten. Demnach erfordert es Kreativität im Wettrennen mit den Prosecco- oder Primitivo-Weinen etablierter Winzer. Dabei ist wichtig zu beachten, ob die Informationen auf der Vorderseite Platz finden oder eine ausführliche Erklärung auf der Rückseite der Flasche nicht sinnvoller ist.

Wen soll der Wein ansprechen?

Neben der Definition des eigenen Gesichts des Unternehmens und des Weines, ist die Frage nach der Zielgruppe am wichtigsten. Ist die Weinherstellung mehr als nur ein Hobby, ist es zunächst nötig zu ermitteln, wen die Flasche überzeugen soll. Eine neutrale Wirkung erzielen Sie mit einer italienischen Weinlandschaft auf dem Etikett. Sie ist eine simple Wahl, fällt jedoch nicht negativ auf. Als einfaches Beispiel: Richtet sich der Wein eher an Genießer jüngeren Alters, könnte sich die Darstellung von Senioren als negativer Faktor in der Kaufentscheidung entpuppen. 
Hierfür empfiehlt sich die Erstellung einer fiktiven Buyer-Persona. Berücksichtigen Sie zum Beispiel Faktoren wie:

Geschlecht # Alter # Beruf # Persönliche Vorlieben # Anlässe für ein Glas Wein

Seiner Zielgruppe ein Gesicht zuzuordnen, ermöglicht eine viel präzisere Arbeitsweise und hilft schließlich, den Konsumenten zu erreichen. Nachdem nun die eigene Philosophie und der Kundenstamm ermittelt sind, lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz. Ist ein Wein besonders beliebt, liegt das natürlich einerseits an seiner Qualität, andererseits kann er bereits mit einem hochwertigen Erscheinungsbild den Konsumenten überzeugen. Hierbei geht es weniger darum, wieso gewisse Elemente überzeugend wirken, sondern eher um die Ermittlung von adäquaten Faktoren. Welche Schriftarten kommen gut an, welche Farben sind primär vorzufinden. Kopieren Sie jedoch nicht lediglich die bekannten Gesichter, dadurch wirkt der Wein nur wie einer von vielen. Vielmehr dient solch eine Analyse als Denkanstoß für eigene Ideen.

Unverzichtbare Elemente der Flasche

Ob Sie nun das Design selbst kreieren oder einen Designer engagieren, neben der Botschaft auf dem Etikett gibt es einige Aspekte zu beachten. Wie groß muss das Etikett sein und welche Form ist am besten geeignet? Die Auswahl ist breit gefächert, sowohl klassische rechteckige und runde Formen als auch ausgefallene Silhouetten oder Tiere können überzeugen. Letztere sind schwerer zu erstellen, stechen dafür bei einer guten Umsetzung positiv aus der Masse.
Was auf einer Weinflasche nicht fehlen darf, ist das Logo. Hierfür empfiehlt es sich, eine hochwertige Vektor-Datei zu erstellen, sofern ein Designer diese Aufgabe nicht übernimmt. Selbst wenn dieses nicht der zentrale Blickpunkt des Etiketts ist, bietet eine qualitative Datei des Logos mehr Spielraum bei der individuellen Gestaltung.
Besonders die Farbe der Flasche nimmt enormen Einfluss auf den Rest der Gestaltung. Ob hell- oder dunkelgrün, durchsichtig oder eine andere Wahl – bereits die Farbe der Flasche und des Etiketts ziehen interessierte Blicke auf sich. Letztlich dürfen die Produktdaten nicht fehlen. Nachdem nun sicher ist, was auf der Flasche stehen soll, müssen Sie folgende Grundkriterien beachten:

Alkoholprozente # Jahrgang # Traubensorte # Bezeichnung des Weins # Schriftgröße/Schriftart

Ein Etikett ist demnach wie eine Visitenkarte. Es enthält die wichtigsten Merkmale des Weins und zeichnet das Weingut aus. Eine ansprechende Gestaltung schafft dementsprechend bleibenden Wiedererkennungswert. Es ist eine kleine Kunst an sich, die prägenden Aspekte eines Weins in wenige Worte zu fassen, jedoch lohnt sich die Bemühung allemal, wenn die Flasche bald schon weitere Genießer begeistern soll.