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IN GIRO CON RITA - Lombardei im Herbst

Facettenreiche Momentaufnahmen aus dem Leben einer Reise-Journalistin.

Rita Henss, Journalistin und Autorin aus Frankfurt am Main, nimmt uns mit auf die Reise in „ihr“ Italien. In ihrer Kolumne „in giro con rita“  lässt sie uns teilhaben an ihren ganz persönlichen Eindrücken, an den kleinen und großen Erlebnissen während ihrer Recherchen vom Schaft bis zu Spitze des Stiefels. Fast immer taucht sie dabei tief ein in die landestypische Kultur: sei es nun jene des Essens und Trinkens, des Bauens, der Musik, der Technik, der Kunst, der Mode, des Live-Styles oder schlicht des Dolce Far Niente.
Pasta und vino, ristorante und trattorie, albergi und agri turisimi: gern ist die bekennende Geniesserin und leidenschaftliche Köchin unterwegs in den wunderbaren Landschaften Italiens: mal nur zum Schauen und Schmecken, mal auch zum Schwimmen und Wandern, zum Singen oder Schuhe kaufen (Größe 35 !!)
Begleiten Sie rita in giro und lassen Sie sich inspirieren, überraschen, verführen von ihren kleinen Geschichten. Die erste führt Sie ganz weit in den Süden..

Stradivari und Kürbisnudeln - Die Lombardei ist ein Füllhorn für Genießer

"Sieben Amarettini". Genau diese Anzahl der kleinen Mandelplätzchen mische seine „mamma“ unter die Füllung für die tortelli di zucca, erzählt mir Roberto. Kürbispüree bildet die Basis, vermischt mit geriebenem parmigiano. Dazu kommt Muskatnus und mostarda – ein "Senf", den schon die Köche am Hof der Gonzaga zubereiteten: aus heimischem Obst wie Apfel und Birne, Zucker und Meerrettichwurzelessenz.    
Das Mantovese ist ein wirkliches Füllhorn. Von der Zwiebel bis zur Trüffel, vom Reis bis zum Honig, von der Melone bis zum Wein wächst alles in der Heimat des Dichters Vergil. Schweine und Rinder sorgen für frisches Fleisch, herrliche Würste, feine Butter und würzigen Käse.
Wir kosten von allem beim Lunch in der Hosteria 700, einem historischen Palazzo im Herzen des berühmten Geigenbauer-Städtchens Cremona. „Und woran erinnert dich unser torrone?" will Roberto beim Dessert wissen. Keine Ahnung. Rasch erzählt mir mein Gegenüber daher die Legende von der Cremoneser Herzogstochter Bianca Maria Visconti und ihrem Liebsten, dem Mailänder Heerführer Franceso Sforza. Der Papa der Braut wehrte sich aus politischen Gründen heftig gegen die geplante Heirat, so dass eine große Feier im Cremoneser Dom und Familienpalazzo nicht in Frage kam. Das Paar wich aus in die ländliche Umgebung, orderte aber bei den Meisterkonditoren der Stadt eine nie gesehene Hochzeitstorte. Es wurde ein süßes Kunstwerk in der Form eines eckigen Turmes (torrione), in dem, wer wollte, jenen des Cremoneser Domes erkennen konnte.
  Bianca und ihr Francesco schauen inzwischen aus zwei Bullaugen-Rossetten an der Domfassade über die Dächer der Stadt. Außerdem schufen die Steinmetze unter den Bildnissen der Liebenden einen Fries, der ahnen lässt, welch wichtige Rolle Speis und Trank seit jeher im Leben Cremonas spielt: Szenen von der Traubenlese sind dort ebenso zu sehen wie ein Bauer, der die Sichel schwingt.
  Landwirtschaftlicher Reichtum ermöglichte der Streichinstrumenten-Metropole auch ihren musikhistorisch wertvollsten Schatz: eine Sammlung von Geigen aus der Werkstatt Stradivaris, der Amatis, der Guarneri. Ein Berner Industrieller hat sie zusammengetragen, der sein Geld in Cremona mit einer Molkerei- und Käsefabrik verdiente...Erschöpft von so viel kultureller und kulinarischer Exellenz sinke ich in die Kissen meines Hotels. „Von den Künsten“ lautet sein Name in deutscher Übersetzung. Sogni d’oro – goldene Träume, begleiten meinen Schlaf.

Tipps von Rita zum Einkehren & Übernachten in Cremona

Hosteria 700, Piazza Galina 1, Cremona Tel.  0039-0372 366175, www.hosteria700.com 

Dellearti Design Hotel, Via Bonomelli 8, Cremona, Tel. 0039 0372 23131, www.dellearti.com

Der Weintipp zu den Kürbisnudeln - Franciacorta Brut