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Lambrusco - Das passende Essen und der angemessene Preis

Was darf ein guter Lambrusco kosten? Was schmeckt dazu am besten?

Einer dünn geschnittenen Mortadella oder einer gut abgehangenen, festen Salami verschafft der hellrote Sorbara einen guten Abgang. Der tiefschwarze Graspa rossa ist zu den einfach zubereiteten Tortellini mit Ricotta- oder Fleischfüllung ein Geschmacksverstärker. Doch auch als deutlich süßer Amabile kann der rote Perlwein ein ungewöhnlicher, raffinierter Dessertbegleiter sein. 

LESETIPP - Piaceremodena ist eine deutschsprachige Webseite zu den Leckereien der Stadt Modena in der Emilia und der Umgebung, wo nicht nur Aceto Tradizionale di Modena, Parmiggiano reggiano und Lambrusco di Modena genossen wird.

Lambrusco - Der faire Preis!

Kaufen Sie Ihren trockenen Lambrusco beim Weinhändler, der sich für authentischen Wein stark macht. Im Supermarkt kann der Griff schon mal danebengehen. Suchen Sie im spezialisierten Italienweinfachhandel ab 6 bis 11 €. Dies ist bereits die absolute Krönung der Lambrusco-Erzeugung. In Restaurants findet sich guter Lambrusco kaum. In den Köpfen der Verbraucherschaft wird Lambrusco noch immer überwiegend synonym gesetzt mit „süß-sprudelig“ und „bonbon“. Dieses Klischee bedienen Supermärkte sehr gerne, am liebsten mit großformatigen Flaschen. Ein Preis um die 4 € für die 1,5-Liter-Flasche ist üblich.
Der Fachhandel hat es entsprechend schwer, sich mit höheren (und teureren) Qualitäten durchzusetzen. Große Teile der Kundschaft sind auch noch immer überrascht, wenn ihr (wie in seiner Heimat üblich) trockener Lambrusco offeriert wird. Über den Wein muss im Fachhandel viel geredet werden, dennoch gehört er zum Standardsortiment – nicht nur für Italienspezialisten. Die 0,75-Liter-Flasche eines einfachen Lambruscos gibt es ab etwa 4 €, die sowohl qualitative als auch preisliche Spitze liegt bei 9 - 11 €. In der italienischen Gastronomie steht Lambrusco sehr häufig im Offenausschank, fast immer dann als süßliche und eher schlichte Variante.

Weintipp: Lambrusco del Fondatore von Cleto Chiarli mit Kordelverschluss
Dieser Sorbara-Lambrusco ist eine Hommage an die Anfänge der Kellerei Chiarli im Jahre 1860, ja sie haben richtig gelesen. Damals gab es noch keine Drucktanks, mit der seit den 50iger Jahren die populären Spumante Prosecco oder Lambrusco erzeugt werden. Der Lambrusco des einfachen Bauern und Trattoria-Besitzers wurde im späten Winter in die Flasche gefüllt, wo sich mit der beginnenden Hitze des späten Frühlings die natürlichen Hefen daran machten, den restlichen Zucker in Alkohol zu verwandeln und gleichzeitig die Kohlensäure zu produzieren, die ja ein Produkt der alkoholischen Gärung ist. 
Sie können sich vorstellen, dass dieses Verfahren noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eher empirisch war und von der Erfahrung des Bauern abhing, die Gefahr des Glasbruchs und der explodierenden Flaschen war ständiger Begleiter…Die Ergebnisse waren nicht immer geschmacklich befriedigend, mitunter ungenießbar nach heutigen Maßstäben, was dennoch oft nicht den Konsum verhinderte. Chiarli hat in all den Jahren nie ganz aufgehört, diesen Lambrusco, der in der Flasche die zweite Gärung macht, zu produzieren. Der Wein ist in der Top 100 Liste des Wine spectators, und zählt im Lambrusco-Bereich zu den meist prämierten bei den italienischen Weinführern, auch dieses Jahr erhielt der Fondatore vom Gambero 2021 die Drei-Gläser Auszeichnung.
Im Geschmack verbinden sich die gewohnt fruchtigen und frisch, mineralischen Komponenten des Corbara-Klons mit der in der Flasche am Boden nach wie vor existenten Weinhefe, die im weitesten Sinne etwas vom „Weißbiercharakter“ besitzen kann. Das zusammen macht den Wein zu einem wahrhaft besonderen Geschmackserlebnis, es gibt Lambrusco-lover, die dies bevorzugen, andere halten dem glasklaren Sorbara Vecchia Modena die Stange, entscheiden sie selbst! Schütteln sie den Wein vor dem Öffnen, besser wohl nach dem Ausschenken des ersten Glases, um die Hefe zu verteilen, wenn sie den Geschmack intensiv erleben möchten.