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Apulien, Lakritz, Weinaroma Negroamaro
Fotoblog Apulien - Negroamaro, Primitivo und Lecce
Apulien, skurril, Tankstelle mit Jesus, Christus
Gesegnet mögt ihr sein! Wo Christus selbst über eine Tankstelle wacht, kann eigentlich kaum etwas schief gehen. Glaubenssymbole spielen auch in Apulien eine wichtige Rolle; im Alltag muss es aber nicht immer gleich eine Kirche sein. Mitunter reicht eine Statue zum Stoßgebet.
Apulien, Strand von Torre Canne, Adria, Grill, Oktopusaroma Negroamaro
Kein Weg ist zu weit, keine Zeit zu spät, wenn dem Mensch der Sinn nach Genüsslichem steht: Paola am Strand von Torre Canne, einem kleinen Ort zwischen Brindisi und Bari, macht, so heißt es, die besten Sandwiches mit gegrilltem Pulpo. Dazu passt sicher ein Verdeca oder Fiano Minutolo, zwei der wenigen Weißweine Apuliens.
apulien, Octopus, Essen und Trinken, pulpo
Köstlicher Meeresbotschafter: Pulpo ist bei den Apuliern beliebt sowohl als Solist auf dem Teller, allenfalls aromatisiert von ein paar Spritzern Zitronensaft, als auch in der Grillvariante zwischen zwei Brötchenhälften. Auf jeden Fall aber muss er frisch sein – und ein Glas eines regionalen „bianco“ macht sich immer gut dazu.
Apulien, Lakritz, Negroamaro Weinaroma
Lakritzpastillen, die man in Apulien in der Apotheke kaufen kann. Lakritz ist ein deskriptiver Terminus für die Aromen des Negroamaro aus dem Salento, das herb-würzige Spektrum charakterisiert diese Rebsorte neben reifen Fruchtaromen.
Exotische Züge: Griechenland und Nordafrika sind nicht weit vom Absatz des italienischen Stiefels, da nimmt es nicht Wunder, dass mancher Apulier und manche Apulierin vielleicht hellenische oder arabische Vorfahren hat. Oft über viele Generationen lassen sich, etwa bei den Menschen in der Region um Maduria, noch die physiognomischen Merkmale Fremder erkennen, die sich fern der Heimat niederließen.
Feuer im Brotofen, Apulien,
Rebfeuer zum Brotbacken: malerisch lodern die Flammen aus dem sorgsam aufgeschichteten, trockenen Weinstock-Gehölz in dem alten Steinofen. Auch Pizza schmeckt besonders köstlich, wenn ihr Teig auf diese traditionelle Weise allmählich knusprig wird.
Klare Botschaft, auch wenn sich auf dem Primitivo-Etikett der Name des Weinguts mehr erahnen als lesen lässt: Conti Zecca zieht immer. Die Grafen aus Leverano können sich schließlich einer mehr als 500jährigen Weinbautradition rühmen. Zusammen mit dem Önologen Fernando Romano verkörpern heute Alcibiade, Francesco, Luciano and Mario Zecca den Erfolg der Groß-Kellerei.
Neuer Stern am salentinischen Himmel? Der Direktor von Feudi di San Marzano ist zuversichtlich – für das 2003 gegründete Weingut hat sich die Kooperative des Weinörtchens östlich von Tarent mit Farnese Vini aus den Abruzzen zusammengetan. Mit ihrem Primitivo di Manduria Sessantanni, dem Negroamaro F und dem Primitivo SUD konnte die junge Feudi-Kellerei bereits erste Erfolge feiern.
Apulien, Kirschen, Eingelegt, Nachspeise, Maraschino
Maraschino-Kirschen nennt man die in Zuckersirup eingekochten marasche, nach denen der apulische Primitivo schmeckt. Wer jetzt sofort „süß“ denkt, liegt allerdings falsch – acidulo ed amaro, also säuerlich mit leichter Bitternote, definieren Kenner das Aroma der hellroten Früchte, die bei uns Sauerkirschen oder Weichseln heißen.
Apulien, alte Rebe, Primitivo, Salento, Negroamaro
Bäumchen statt Weinstock – die Trauben der Primitivo-Rebe wachsen an kleinen Büschen, deren dichte grüne Blätter sie bestens vor der oft sengenden Sonne Apuliens schützen. Keine Maschine, nur ein geschulte Hände können diese besonderen Kulturen pflegen, deren Form mitunter an ein Herz erinnert. Pro Pflanze wird meist nur ein halbes Kilo Trauben gelesen.
Apulischer Dreiklang: Gute Laune, schöne Menschen, kräftige Weine. Die jungen Männer haben sichtlich Spaß beim Genuss ihres lokalen Roten aus der Primitivo-Traube – die anders als der Wortklang vermuten lässt nicht einfach, sondern schlicht frühreifend ist.
Apulien, Meer, Glaube, Torre Canne, Adria
Für bitte am Meer: Beistand erflehen für jene, die im Dunkel der Nacht auf den Bootsplanken stehen und ihre Netze auswerfen; Trost suchen im Licht flackernder Kerzen, wenn die Wellen stärker waren als der Mensch – im Adriastädtchen Torre Canne hat man den Gläubigen direkt am Küstensaum eine kleine, einladende Zufluchtstätte gebaut.
Apulien, Aprikosen, Reife, Gelbe
Aprikosen reifen im heißen Apulien schon Mitte Juni, fast jeder in Manduria und Umgebung hat ein Bäumchen im eigenen Garten, sie schmecken hervorragend zum Primitivo Dolce Naturale.
Apulien, Kellerei Produttori Vini, Manduria
Das Kellereigebäude der Cantina Produttori Vini in Mandurien ist ein typischer Bau der Gegend. Kalksteinweiß beherbergt es große, alte Holzfässer und hält die sengende Hitze draußen. Ein guter Teil des Primitivo der Kellerei wird nach wie vor als süßer, gekühlter Rotwein getrunken.
Apulien, Trulli, Haus, Olivenhain, Salento
Solche Zipfelmützenhäuser mitten in den Feldern boten den Bauern im Sommer Schutz vor der Hitze während sie im Winter gut die Wärme hielten. Auf gräflichen Wunsch im 17. Jahrhundert ganz ohne Mörtel konstruiert, galten die „trulli“ lange Zeit als Arme-Leute-Behausungen, die – im Falle einer Steuerinspektion – rasch ab, und später ebenso rasch wieder aufgebaut werden konnten.
Apulien, Castel del Monte, Monnument,
Weltbekanntes Achteck: Voller Geheimnisse thront das Castel del Monte über der weiten Ebene der Murge. Die Burg des Stauferkaisers Friedrich II. vereint in beeindruckender Harmonie klassische Elemente der Antike sowie Details im romanischen, gotischen und arabischen Stil. Ob der im mittelitalienischen Jesi geborenen Herrscher dieses trutzige architektonische Machtsymbol je bewohnte, ist ungewiss.
Apulien, Salice Salentino, Häuserfront
Kalifornien? Ma, no! Die farbenfroh leuchtenden, flachen Häuschen stehen nicht im amerikanischen Strandparadies, sondern in Salice di Salento. Könnte aber durchaus eine Partner-Region sein; schließlich herrschen ähnliche Temperaturen – und Weinbau wird auch in beiden Gebieten betrieben.
Salute Salice! Mit dem nostalgischen Schriftzug, der zugleich für ihre Heimatstadt und ihren Wein steht, begrüßt die Kellerei Leone de Castris Besucher schon am Eingangstor. Seit 1665 hat sie hier ihren Sitz; bekannt wurde sie aber vor allem ab den 40er Jahren mit der Produktion des ersten italienischen Rosato‘s, dem “Five Roses”. Basis dieser Innovation war die autochtone Negroamaro-Traube.
Die Menschen in Apulien sind manchmal eigenwillig, auch wenn sei ein großes Landgut im Norden von Apulien mit Oliven, Weizen und etwas Wein betreiben. Ferienwohnungen sollen in der Masseria entstehen, doch alles mit der Ruhe, erklärt uns der Conte.
Apulien, Lecce, Dom, Barock, Sehenswürdigkeit
Barocke Pracht: das Nordportal des Domes Sant'Oronzo von Lecce bezaubert schon im Tageslicht; bei Nacht von Scheinwerfern angestrahlt, raubt sein Anblick einem fast den Atem. Lecces üppige Fassaden gehen zurück auf das 16. bis 18. Jahrhundert, die wirtschaftliche wie kulturelle Blütezeit der Stadt – der bis heute Tabak und Wein Wohlstand sichern.
Olivenbaum, Apulien, Salento, sehr alt
Fruchtbarer Veteran: In Apulien stehen die ältesten Olivenbäume Italiens − so manches Exemplar, wie dieses in der Nähe von Bari reckt seine Äste schon mehr als 800 Jahre. Das apulische Olivenöl zählt zu den konzentriertesten des Landes und besticht durch eine breite Aromenpalette, von grasig-fein bis würzig kräftig. Es überrascht den Gaumen ähnlich wie der kraftvolle apulische Wein.
Apulien, Altes Rebenholz, Primitivo, Negroamaro
Von den Launen der Natur gezeichnet: mehr als sechzig Jahre haben die knorrigen Rebhölzer Apuliens mitunter auf dem Buckel. Heiße Passatwinde meißelten ihr Profil, oft mit Sandkörnern aus der Sahara. Und auch wenn sich kein Lüftchen regt, herrschen dort, wo der Negroamaro zu Hause ist, oft Wüstentemperaturen. Afrika ist ja tatsächlich hier nicht mehr weit.
Gesichter einer Region: Herzlichkeit und Heiterkeit spiegeln die Züge der Menschen in Apulien. Wer ganz genau hinschaut, entdeckt neben lächelnden Augen und fröhlich geöffneten Lippen vielleicht auch Spuren der Geschichte, denn bereits 800 vor Christus gründeten griechische Siedler auf dem Stiefelabsatz erste Kolonien.
Apulien, Locorotondo, Weizen, Sommer, Valle d'Itria
Fast bis zum Häusersaum von Locorotondo reichen die Weizenfelder des Valle d'Itria. Das 14.000-Seelenstädtchen der Provinz Bari liegt auf einem Hügel in einer Höhe von mehr als Metern – und verdankt seinen Namen (wörtlich bedeutet er „runder Ort“) der kreisförmigen Gestalt seines historischen Kerns, den eine wehrhafte Mauer umschließt.
Apulien, Torre lapillo, Taranto,
Steinerner Wächter: Weithin sichtbar ragt der Torre Lapillo nordöstlich von Tarent am Strand empor. Auf alten nautischen Karten ist der 1569 erbaute Turm als Lo Pilo verzeichnet, offiziell heißt er heute Torre di San Tommaso. Das mächtige Küstenbauwerk mit der markanten Treppe, Schießscharte, Kamin und eigener Zisterne diente zuletzt als bourbonische Zollstation.
alte Landkarte, Veli, Salento, Apulien, Masseria
In Der Masseria Li Veli haben die Besitzer auch alte Lagenkarten gefunden, die aus vergangenen Jahrhunderten berichten und die Bedeutung des Weines im Salento-Gebiet dokumentieren.
Nein, der Fotograf war nicht benebelt vom Negroamaro. Aber bei 35°C flimmert die Luft schon ordentlich, daher ergab sich bei dieser Verkostungs-Aufnahme im barocken Krippenmacher-Städtchen Schärfe und Unschärfe ganz von allein.
Apulien, Kakteen, Früchte, Salento
Kakteen lieben es heiß und ihre reifen, pinkfarbenen Früchte gelten vielen Genießern als Delikatesse. Aber nicht nur den Gaumen, auch das Auge entzückt die stachelige Pflanze, die sich bei den apulischen Temperaturen sichtlich wohlfühlt.

Negroamaro in Apulien - Würze und Feuer vom Stiefelabsatz

Der Rotwein aus Salice Salentino und Salento

Auf der Halbinsel Salento in Apulien, da, wo der italienische Stiefel seinen Absatz ganz weit Richtung Afrika ausstreckt, ist der Negroamaro zu Hause. Die Rotwein-Traube trotzt heißen Sciroccowinden, dem Sand aus der Sahara und gewinnsüchtigen Geschäftsleuten. Der Apulier, der aus so klangvollen Orten wie Salice Salentino, Veglie, Guagnano oder Campi Salentina kommtentwickelt eine Kraft und Intensität, um die ihn mancher Nobelwein aus dem Norden beneidet. Der süditalienische Rote mit seiner Würze und seinem Feuer zeigt der Welt, was man von einem echten Apulier erwarten kann. 

Heißes Salento

Die Bewohner von Lecce haben jeden Sonntag die Wahl, ob sie an der pittoresken Adria-Küste bei Bari oder an den Sandstränden am Golf von Tarent ihren Sonnenschirm aufstellen. Weniger als eine halbe Stunde benötigen sie zu beiden Meeren und einigen der schönsten Küstenorte Italiens. Doch die Bewohner des Salento-Gebietes, des flachen, heißen Hinterlandes der Barockstadt Lecce, sind mit dem Weinanbau beschäftigt. Hier, auf dem Absatz des italienischen Stiefels, wo sich kleine Orte, nach denen die Anbaugebiete benannt sind, über die weiße Ebene verteilen, wächst der Negroamaro, eine der wertvollsten Rotweintrauben Italiens. So weit im Süden, wo die Weinreben die Hitze kaum mehr ertragen können, ist das eine Seltenheit. 

Negroamaro ist ein Charakterwein

Der Negroamaro hat sich lange Zeit an das heiße Klima Apuliens gewöhnt. 800 Jahre vor Christus legten griechische Siedler in Apulien an und gründeten Kolonien. Dabei holzten sie höchstwahrscheinlich großzügig die dichten  Eichenwälder ab. So entstanden Schiffe, Häuser und ein beträchtlicher ökologischer Schaden. Den Negroamaro hatten sie mitgebracht. Die Sorte hat – wie alle Weine – Gerbstoffe, die am Gaumen einen bitteren Eindruck hinterlassen. Beim Negroamaro macht er sich in Form einer Note von delikaten schwarzen Oliven bemerkbar. Außerdem fließt der feurige Südländer meist mit tiefdunkelroter Farbe ins Glas. 

Für Neugierige: Was unterscheidet den Negroamaro vom zweiten, bekannten Rotwein Apuliens, dem Primitivo? Weiterlesen

Eine alte Geschichte eines modernen Weines

Beides ist wohl schon sehr früh Kolonisten aufgefallen: Das griechische Wort maru heißt auf Deutsch schwarz und auf Italienisch niger. Der apulische Dialekt kennt den Begriff niurumar. Der bedeutet dunkelherb und sagt eigentlich alles. In fast 3.000 Jahren hat der Negroamaro sich in Apulien gehalten, Umweltzerstörung, Massenproduktion und der brennenden Sonne getrotzt. Winzer wählten immer wieder die besten Stöcke aus und vermehrten sie. So konnte sich der Negroamaro an Klima und Boden weiter anpassen. Trotzdem blieben die außergewöhnlichen Qualitäten des Roten lange im Dunkeln. 

Mehr lesen im ebook zu Negroamaro und den Weinen Süditaliens