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IN GIRO CON RITA - Sizilien im Frühling

Facettenreiche Momentaufnahmen aus dem Leben einer Reise-Journalistin.

Rita Henss, Journalistin und Autorin aus Frankfurt am Main, nimmt uns mit auf die Reise in „ihr“ Italien. In ihrer Kolumne „in giro con rita“  lässt sie uns teilhaben an ihren ganz persönlichen Eindrücken, an den kleinen und großen Erlebnissen während ihrer Recherchen vom Schaft bis zu Spitze des Stiefels. Fast immer taucht sie dabei tief ein in die landestypische Kultur: sei es nun jene des Essens und Trinkens, des Bauens, der Musik, der Technik, der Kunst, der Mode, des Live-Styles oder schlicht des Dolce Far Niente.
Pasta und vino, ristorante und trattorie, albergi und agri turisimi: gern ist die bekennende Geniesserin und leidenschaftliche Köchin unterwegs in den wunderbaren Landschaften Italiens: mal nur zum Schauen und Schmecken, mal auch zum Schwimmen und Wandern, zum Singen oder Schuhe kaufen (Größe 35 !!)
Begleiten Sie rita in giro und lassen Sie sich inspirieren, überraschen, verführen von ihren kleinen Geschichten. Die erste führt Sie ganz weit in den Süden...

Tintenfisch und arabisches Flair - Palermo im Frühling

„Con la testa", fordert der dicke, weiß-beschürzte Signore, "mit dem Kopf". Unschlüssig schauen wir auf die kleinen Tintenfische, die der Oktopus-Koch uns unter dem roten Sonnensegel seines Straßenstandes auf ein Tellerchen häuft. Erst als wir sehen, dass auch der elegante, ältere Herr neben uns die Kraken mit Tintensack und allem Drum und Dran verspeist, beißen wir herzhaft zu.
Vormittagsvesper in Palermo, mitten in der Vucciria. Von der Piazza San Domenico bis hinab zur Cala, dem Fischereihafen, zieht sich dieser bunte, älteste Markt der sizilianischen Metropole. La Kalsa heißt das Viertel und seine Gassen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt gemausert, mit Bars und kleinen Restaurants. Vor allem am Wochenende herrscht hier Hochbetrieb, wenn der von üppigen Gummibäumen geprägte Garibaldi-Park zwischen Marionetten-Museum, San Francesco-Kirche und dem mittelalterlichen Stadtschloss der Chiaramonte zur Kulisse für einen wuseligen Flohmarkt wird.   
"Ziz", Blume, hatten erste Siedler ihre Stadt in der von hohen Bergen umstandenen Bucht getauft. Sie ließen sich an jener Stelle nieder, an der heute der Normannenpalast steht. Vom Hafen führt der Corso Vittorio Emmanuele hinauf auf den Hügel mit dem Palastbezirk. Die Araber hatten sich hier im 9. Jh. ein prunkvolles Schloss (al Kasr) errichtet. „Deshalb nennen wir den Corso dorthin auch einfach noch immer  cassaro“, erzählt Giovanni.. Der Student freut sich, dass der herrliche Mix der Stile und Epochen, der den einzigartigen Charme seiner Heimatstadt ausmacht, inzwischen befreit ist von Unkraut und Schutt. Denn unzählige Völker haben der Stadt, deren Zauber schon Goethe bei seiner Ankunft im April 1787 dichterisch schwärmen ließ, ihren Stempel aufgedrückt. Arabische Kuppeln schmiegen sich an christliche Glockentürme, hinter barocken Fassaden öffnen sich katalanische Paläste. Fantasie und Dekorationslust des Orients stehen neben romanisch-byzantinischer Strenge.
Giovanni möchte mit uns hinabsteigen in das System der maurischen Frischwasserkanäle. Sie sorgten einst dafür, dass klare Bergquellen Palermo in einen fruchtbaren Garten verwandelten; mit Dattelpalmen, Maulbeerbäumen, Orangen- und Zitronenhainen. Wir blinzeln aber lieber in der autofreien Via Belmonte über unserem Eisbecher in die warme Sonne und beschließen, am Nachmittag entweder durch den botanischen Garten und den Park der Villa Giuilia zu spazieren. Oder nach Mondello hinauszufahren – an den Hausstrand der Palermitaner. Und abends irgendwo im Hafenviertel die moderne sizilianische Küche zu kosten – modern variiert vielleicht, aber unbedingt begleitet von den Weinen der Insel...

Tipps von Rita zum Einkehren & Übernachten in Palermo

Ristorante Gagini Social, Via Cassari 35, Tel +39 091 589 918, www.gaginirestaurant.com 
Alma Hotel, Via Mariano Stabile 136, Tel +39 091 2514962, www.almahotel.it

Weintipp: Nero d'Avola von Baglio di Pianetto in der Nähe von Palermo. Der Nero aus Avola hat seinen Ursprung zwar im Südosten der Insel, er wird mittlerweile mit sehr guten Ergebnissen auch im Hinterland von Palermo angebaut. Die Sorte steht für den sizilianischsten Rotwein auf der Insel, an seinem betörenden Duft nach Brombeeren und Mittelmeermacchia ist er leicht zu erkennen. Mehr Tipps zum Nero d'Avola finden in unserer Bestenliste zum Nero d'Avola.

Erfahren Sie mehr zu den kulinarischen Genüssen der Insel in unserem Sizilien-Spezial