In der Franciacorta und der ganzen Lombardei hat der Weinbau eine lange Tradition, was durch reichhaltiges archäologisches Material belegt ist. Eine Tradition, die Höhen und Tiefen erlebte, aber niemals unterbrochen wurde. Diese Geschichte wurde wie vielerorts sehr von den Mönchsorden beeinflusst. Sie bildeten von jeher das Zentrum nicht nur des religiösen Lebens, sondern auch der Wirtschaft und der Gesellschaft. Ihnen verdanken die Bewohner die Urbarmachung der Felder und – vielleicht wichtigster Nebeneffekt – auch die Einführung der Weinrebe.

Die Abteien und der Weinbau – Sehenswerte Kulturschätze

Die Abtei San Nicola (Tel. +39 030 610182) in Rodengo Saiano, eine der eindrucksvollsten Klosteranlagen Norditaliens, wurde im 10. Jahrhundert von den Kluniazensern gegründet und ging etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts auf die Olivetaner über. Die Abtei wurde um drei große Kreuzgänge herum gebaut und mit Werken der besten Künstler der Brescianer Schule des 16. und 17. Jahrhunderts (Foppa, Romanino, Moretto und Gambara) geschmückt. Zur Besichtigung offen stehen, die mit Stuck und Fresken aus dem 18. Jahrhundert verzierte Kirche, die Sakristei mit intarsierten Möbeln aus dem 17. Jahrhundert, der Kreuzgang aus dem späten 16. Jahrhundert mit den Doppelsäulen, der rustikal wirkende Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert, das großartige Refektorium und der Saal des Kapitels. Die Abtei beherbergt eine Heilpflanzenwerkstatt, in der die Mönche Kräuterliköre herstellen.

San Pietro in Lamosa und Annunciata

Das Kluniazenserkloster (Tel. +39 030 9823617) in Provaglio d’Iseo ist ein harmonisch angelegter, romanischer Komplex, der reich ist an interessanten und wertvollen Fresken verschiedener Epochen: Besichtigt werden können die Kirche mit dem Kreuzgang und die „Disciplina“. Von dem Kirchplatz aus genießt man einen herrlichen Panoramablick auf die Sebino Torfgruben, eine Naturoase, die in ihrer Art einzigartig in Europa ist: ein etwa 2 km² großes Areal mit großen und kleinen Wasserbecken, Schilf und Sumpfvegetation, in dem unzählige Vögel ihr natürliches Habitat gefunden haben und das im späten Frühjahr mit bildschönen Seerosen überzogen ist. Diese Wasserbecken, einst „Lame“ genannt, verdankt das Kloster seinen Namen.
Der Konvent (Tel. +39 030 7721377) Annunciata in Rovato besticht durch seine Lage am Osthang des Monte Orfano, die dem Besucher einen herrlichen Blick auf die Hügellandschaft der Franciacorta und das Flachland schenkt. Er zählt zu den schönsten Konventanlagen der Lombardei, eine Oase des Friedens, die große Kunstwerke (darunter Mariä Verkündigung von Gerolamo Romanino, einem der bedeutendsten Vertreter der Brescianer Schule des 16. Jahrhunderts) in sich birgt. Der Konvent wurde im 15. Jahrhundert vom Orden der Diener Mariens gegründet. Sein großer Kreuzgang von perfekter Harmonie umgibt einen Brunnen, der mit schmiedeeisernen Verzierungen geschmückt ist (Meister der Schmiedekunst waren damals die in der Franciacorta ansässigen Bruzafér).

Madonna della Neve & Madonna della Ceriola

Die Wallfahrtskirche Madonna della Neve (Tel. + 39 030 7356623) in Adro wurde im 16. Jahrhundert an der Stelle errichtet, an der die Jungfrau Maria einem taubstummen Hirten erschienen sein soll. Mit ihrer reichen Exoten- Sammlung ist sie auch heute noch ein gern besuchter Andachtsort. Das angeschlossene Seiden- und Leinenmuseum kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Die Wallfahrtskirche Madonna della Ceriola(Tel. +39 030 9886172) steht ganz oben auf der Monte Isola. Von hier aus hat man einen malerischen Blick auf den See, die Sebino- Torfgruben und die Franciacorta.