Kellerei St. Pauls in Südtirol - Dort ist die Welt noch in Ordnung.

5 Sterne mit Strahlkraft für die Riserva-Linie, den ICON-Merlot Lona und das Gebäude mit Weitblick.

In St. Pauls ist man zufrieden, rund um den Marktplatz mit Zwiebelkirchturm, Feuerwehr, letzter Ruhestätte, Lebensmittelgeschäften, Bäckerei und Metzgerei, Cafes, Weinkneipen und der Kellerei St. Pauls mit ihrem belebten Weinshop. Hier ist die Welt noch in Ordnung, bleibt die Hektik und der Trubel außen vor, zumindest hat es den Anschein und fühlt sich für die Besucher so an. Gelegen auf einem Plateau unterhalb des Kalksteingebirgszuges Mendel ist St. Pauls genaugenommen eine Fraktion der Gemeinde Eppan an der Weinstraße. Die Orte teilen sich die sehr geschätzten Lagen von Eppan-Berg.
Ruhig war es jahrelang auch um die Kellerei St. Pauls, die zwar ihre treue Fangemeinde besitzt, jedoch mit ihren Weinen etwas im Schatten der bekannteren Kellereien in Südtirol stand. Nun ist die Zeit reif, von den großen Fortschritten zu erzählen: Der Kellereiumbau ist abgeschlossen, und im November wurde das neue Gebäude offiziell eröffnet. Gekonnt hat man auf die Mauern aus dem Jahre 1907 ein modernes Stockwerk mit gläsernem Verkostungsraum und Büros draufgesetzt. Allein der Blick aus dem Verkostungsraum über die Dächer des Klosters Richtung Osten ist atemberaubend schön. 

Kellerei St. Pauls in Kürze

  • Kleine, erfolgreiche Genossenschaft in der Nähe von Bozen 

  • Eingespieltes Team mit Obmann Dieter Haas, Kellermeister Wolfgang Tratter, Vertriebsdirektor Hermann Gamper und Verwaltungsleiter Peter Andergassen

  • Weine im Fokus: Riserva bzw. Alte Reben aus Sauvignon blanc, Weissburgunder, Lagrein und Pinot Noir

  • Spitzenweine Sanctissimus Weissburgunder und Lona Merlot
     

Weingutsprofil (pdf) der Kellerei St. Pauls, Dezember 2021

Im Team erfolgreich

Das Team ist gewachsen und neu ausgerichtet, voll motiviert und sprüht nur so vor Tatendrang. Die feste Größe, Kellermeister Wolfgang Tratter tauscht sich mit dem neuen Obmann Dieter Haas, der aus der Unternehmensberatung in Wien in seine Heimat Südtirol zurückgekehrt ist, und dem neuen Vertriebsleiter Hermann Gamper, der langjährige Erfahrung mitbringt und u.a. bei Lageder gearbeitet hat, regelmäßig aus. Ebenfalls am runden Tisch sitzen manchmal Anna Ebner, Leitung Vinothek, und die Marketingfrau Nicoletta de Paoli, wenn es um die strategische Ausrichtung oder die Weinauswahl geht. 
Der Neubeginn ist für jeden sichtbar, die Genossen haben ihr Sortiment besser strukturiert und im besten Sinne aufpoliert. Durch die Einführung der neuen Riserva-Weine Alte Reben (welche die Passions-Linie ablöst) erhalten die ausgezeichneten, vergleichsweise hoch gelegenen Lagen (350 – 700 m ü. NN) die verdiente Aufmerksamkeit. Das Angebot harmonisiert bestens mit den sehr gut eingeführten Selektionsweinen. Seit Jahren zählen der Huberfeld Merlot sowie der Missianer Vernatsch zu den Erfolgreichsten im Rotweinbereich, ebenso wie der Plötzner Weißburgunder und der Sauvignon blanc aus der Lage Gfill, aus deren besten Parzellen der neue Sauvignon blanc Alten Rebe mit Namen Schliff geerntet wird. 
Alle Alte Reben-Weine haben eine ins Auge fallende Ausstattung, die sich mit dem satten Blauton des Papiers und der orangefarbenen Kapsel wohltuend vom klassischen Südtiroler-Etikettenstil abhebt. Für Wertigkeit steht zweifelsohne auch die neue Burgunderflasche mit dem Kirchturmrelief von St. Pauls an der Schulter. Das Entscheidende ist jedoch die Qualität in der Flasche, die durch die strenge Selektion der besten Parzellen und den Ausbau im Holz die zusätzliche Dimension an Finesse und Tiefgang erhält. 
Der Schliff ist ein herausragender Sauvignon geprägt von der Frische und Finesse der Weißweinlagen in St. Pauls, ein kräftiger Weißwein, aber beileibe kein breitschultriger Typ mit (zu) reifen Aromen. Auf Finesse und Eleganz und Tiefgang ausgerichtet ist auch der Kalkberg Alte Reben aus der zweiten Paradesorte der Gegend um Eppan, dem Weißburgunder. Jede Rebsorte wird im Keller individuell und gemäß ihrem Charakter behandelt, was eine besondere Fähigkeit der Südtiroler Kellermeister ist. Wolfgang Tratters Erfahrung sorgt dafür, dass die Trauben-Qualität aus den besten Parzellen mit den ältesten Reben ohne Reibungsverlust in die Flasche gelangt. Und die langsam tickenden Uhren in St. Pauls spielen natürlich auch eine wesentliche Rolle…

Alte Reben Riserva in Orange

Mit dem Lagröll Lagrein Riserva aus der Lage Magröll ist Kellermeister Tratter ein großer Wurf gelungen. Es ist ein voll ausgereifter Lagrein mit einer Gerbstoff-Samtigkeit und Aromenspektrum, die man bei dieser Sorte selten findet. Selbstverständlich möchten die Verantwortlichen auch vorne dabei sein, wenn es um die angesagte, neue Paradesorte Südtirols geht, den Blauburgunder bzw. Pinot Noir. So besticht der Lehmont Riserva 2018 durch seine feingliedrige Säurestruktur und den glasklaren Ausdruck des Pinot-Rebsortencharakters, der an ein präsentes, fein gewebtes Tannin gebunden ist. 
„Unsere Rebsortenweine der klassischen Linie liefern bereits viel Wein fürs Geld und haben ihre treuen Liebhaber, nun wollen wir mit der Riserva-Linie durchstarten“, erklärt Dieter Haas beim Törggele-Abendessen voller Überzeugung. Den schweren Karren einer Genossenschaft hat er in seinen zwei Jahren Amtstätigkeit schon ein gutes Stück bewegt bekommen, so dass er daraus die Zuversicht für die nächsten Jahre zieht. Auch im „Satellitenwesen“ kennt sich der erfahrene Unternehmensberater mit Wohnsitz und Rebbesitz in Eppan-Berg sehr gut aus. Denn er weiß in diesen kommunikationsfreudigen Zeiten um die Bedeutung der ICON-Superpremiumweine, die Aufmerksamkeit für das ganze Sortiment und die Arbeit der Kellerei bringen. 

Ein Schatz wird gehoben

Deshalb schlummerte im alten, ehrwürdigen Keller der Kellerei seit einigen Jahren ein Projekt, das nun reif für die Umsetzung war: Ein Flaggschiff-Merlot mit dem Ausdruck des kühlen Bergklimas am Mendeleck wird sich zum SANCTISSIMUS Weißburgunder aus der warmen Lage am Huberfeld unterhalb von Missian gesellen. Er wächst ganz in der Nähe des Sanctissimus in der Lage Huberfeld und bringt die ganze Faszination eines herbwürzigen Merlots mit Finesse und Tiefgang ins Glas. Wolfgang Tratter hat diesen Wein wie seinen Augapfel behütet und freut sich ganz besonders, dass der LONA 2018 Merlot nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird. 
Wie diese neuen Weine in Deutschland mehr Beachtung finden können, daran feilt Vertriebsleiter Hermann Gamper. „Südtirol erzeugt herausragende Weine von kleinen Winzern bis zu den Genossen“. Er ist sich mit all seiner Erfahrung dennoch sicher ist, dass für diese Art von Weinen Platz im gehobenen Fachhandel und der Gastronomie ist, die stets nach Neuem Ausschau hält. Die zahlreichen Besucher der Vinothek in St. Pauls haben den letzten Herbst ihr Urteil zu den Riserva-Weinen abgegeben, zumeist ein Positives, das die Wertigkeit und auch den Preis pro Flasche anerkennt. „Südtirols Riserva-Weine sind im internationalen Vergleich ihr Geld allemal wert“, konstatiert auch Dieter Haas.
Zu feiern haben die Mitglieder der Genossenschaft in diesem Jahr also eine ganze Menge, und mit dem eigenen Flaschengärsekt aus dem Weltkriegsbunker in St. Pauls kann das auch gebührend begangen werden. Neu ist beim Praeclarus die Version „pas dosé“, die nach langem Hefelager von mind. 60 Monaten erst degorgiert wird, und keine Wünsche offen lässt. St. Pauls ist ein heiles Stück Erde und die Weine sind dies auf ihre Art.  

www.stpauls.wine 

Auf die Traube kommt es an! 

Die Böden charakterisieren Porphyr, Lehm, Sand, Löss, Moränenschutt und Dolomit-Brocken vom steil über St. Pauls aufragenden Gantkofel. Die Sonne Südtirols sorgt für perfekt ausgereifte Früchte, die kühlen Fallwinde der Berge für die Temperaturschwankungen, die während der Reifezeit die Säure erhalten. Beste Traubenqualität von 185 ha Rebfläche sind in St. Pauls die idealen Voraussetzungen für hochwertige und eigenständige Bergweine. 

Foto oben: Blick aus der Vogelperspektive auf den Ort St. Pauls mit seinem markanten Zwiebelkirchturm in der Nähe von Eppan und Bozen. Foto unten: Lagrein Lagröll Riserva Alte Reben