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Lambrusco in Modena - Perlen, die begeistern!

In der Heimat von Pavarotti und Maserati spielen Grasparossa und Sorbara die erste Geige

Modena scheint auf den ersten Blick wenig einladend, wenn man einzig die entlang der Autobahn zahlreich vorhandene mittelständische Industrie würdigt. Natürlich ist Modena ein produktives Zentrum Norditaliens - und darauf sind die Einwohner stolz, aber ebenso haben die Modeneser einen soliden Respekt für Tradition und Kultur, die sie liebevoll pflegen und zu erhalten suchen. Das sieht der Besucher an den Details im gut erhaltenen, kleinen Stadtzentrum mit den historischen Bauten, die ein lebendiges und angenehmes Lebensgefühl vermitteln.
Seit dem Herzogtum von Modena (Ducato der Familie Este*) im 19. Jahrhundert ist die Landwirtschaft vor den Toren sehr breit gefächert und reicht von Getreide, Mais, Wein, Obstkulturen bis zur Rinder- bzw. Schweinezucht. Die Genossenschaften und Privatunternehmen produzieren reichlich, aber die Lebens- und Genussmittel punkten nicht nur durch ein breites Angebot, sondern auch durch ihre besondere Qualität, was sich ganz besonders im Lebensmittelsektor auszahlt. Mehr dazu finden Sie im Artikel Piacere Modena.

* Das Herzogtum Modena und Reggio (ital. Ducato di Modena e Reggio, meist als Herzogtum Modena bezeichnet) war seit dem 15. Jahrhundert ein Territorium in Oberitalien mit der Hauptresidenz in Modena. Es war im Besitz der Familie Este; 1803 ging es im Erbgang an die Habsburger. Mit einer Unterbrechung während der Zeit der Koalitionskriege von 1796 bis 1814 bestand das Herzogtum bis 1860, als es im Zuge des Risorgimento an das Königreich Sardinien fiel (Quelle Wikipedia Deutschland).

Lambrusco rockt nicht nur im Sommer

Konsortien gibt es demzufolge etliche. Das Weinkonsortium teilt sich ins Marchio Storico und Tutela, das sowohl für die gemeinsame Vermarktung des Lambrusco aus Modena im In- und Ausland und die Kontrolle des verkauften Lambrusco, als auch für die Einhaltung der DOP-Produktionsgesetze zuständig ist. Mit der Anzahl von 35 Mitgliedern ist es eine überschaubare Größe für Direktor Ermi Bagni, der seine Funktion seit gefühlten 35 Jahren mit großem Eifer und Elan ausfüllt.
Aus der Historie kommend ist die Mitglieder-Struktur, die sich aus großen Genossenschaften mit insgesamt ca. 8.000 Traubenerzeugern sowie einer gewachsenen Zahl kleiner Weingüter neben den führenden Vermarktern zusammensetzt. Einige der kleinen Weingüter betreiben heute noch eine Form der Mischwirtschaft mit zugehöriger Landwirtschaft bzw. erzeugen ihren Balsamicoessig in der hauseigenen „Acetaia“.

Die Bezeichnung Modena wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts für die Weine und Sekte der Gegend benutzt, denn damals war es Usus, die verschiedenen Lambrusco-Klone miteinander zu mischen. Das Produkt hieß dann “Lambrusco di Modena”; die Provinzhauptstadt Modena war das eindeutige Herkunftsmerkmal. Im Laufe der erfolgreichen Vermarktung des Produktes "Lambrusco" - über mehr als ein Jahrhundert wurde diese Bezeichnung etwas weniger benutzt -, doch mit der Anerkennung der DOP vor wenigen Jahren erhielt Lambrusco di Modena wieder die Beachtung, die er als Produkt mit Geschichte verdient. Er ist nun einer der vier DOP-Sekte der Provinz Modena. Das Produktionsgebiet umfasst alle drei Anbaugebiete mit dem Lambrusco di Sorbara, dem Lambrusco Salamino di Santa Croce und dem Lambrusco Grasparossa di Castelvetro. Lambrusco wird auch in sehr großem Stile in der Nachbarprovinz Reggio Emilia angebaut, was ihn im italienischen Kontext zum meistverkauften Produkt im In- und Ausland Italiens macht.

Modena – Für jeden etwas zum Verlieben dabei

Zoomen wir uns mit diesem Spezial in die Welt des Lambrusco in Modena und Umgebung hinein und verdeutlichen uns die Besonderheiten. Dann fallen uns die geschichtlich gewachsenen Unterschiede bereits bei einem Radius von wenigen Kilometern ins Auge: die flache Sorbara-Gegend nördlich von Modena ist eher bäuerlich geprägt, während die südlich von Modena gelegene Grasparossa-Gegend mit ihren Hügeln unterhalb der Monte Cimone durch herrschaftliche Villen und mittelalterliche Burgen besticht. Jedoch erstrecken sich auf 360° um Modena die landwirtschaftlichen Verarbeitungsbetriebe vom allgegenwärtigen Wein bis zu den Tieren für die Milch- und Fleischproduktion. Neben den Lebensmitteln sind selbstverständlich die Automarken Ferrari und Maserati zu nennen und das legendäre Schwergewicht der klassischen Musik Luciano Pavarotti, dessen Gedenken in freudvollem Kontrast zum RocknRoll-Musikerleben des Lambrusco-Urgesteins Ermi Bagni steht.

Illustrationen im Spezial (c) - Christian Cornia, Dario Grillotti, Sara Menetti per Lambruscovalley.it