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Morgens um drei frische Creme-Hörnchen? Kein Problem in Catanias pasticcerie, jenen Konditoreien, deren Aushängeschild die hausgemachte Cassata mit ihrem dicken Zuckerguss ist. Cassata und Cannoli, die zwei großen C im Süßspeisenalphabet Siziliens, bezaubern durch ihr weiches Innenleben auf Ricotta-Basis. Bei den frittierten Cannoli, deren Größe variiert von fingerdünn (cannulicchi), bis faustdick, wird die Weißkäsemasse traditionell nur mit Zucker und Schokolade verfeinert. Manche Pasticciere indes gibt wie bei der Schichttorte Cassata kandierte Früchte hinzu und/oder Pistazien.

Pistazien aus Bronte sind die Besten

Die berühmten Pistacchi di Bronte wachsen quasi vor der Haustüre, am Fuße des Ätna. Rund tausend Kleinproduzenten erzeugen rund um das Städtchen Bronte das „Grüne Gold“ – von dem allerdings nur 20 Prozent auf der Insel verbleibt, wo etwa zehn Aziende es verarbeiten, zu Pesto natürlich, aber auch zu dolci wie Crema di Pistacchio und Torte oder Paste al Pistacchio; also Kuchen und Kleingebäck.
Neben der Pistazie spielt in Sachen Gebäck die Mandel eine zentrale Rolle auf der Insel. Die Provinz Agrigent war einst der weltweit größte Mandelerzeuger; in den Sechziger Jahren waren dort rund 200.000 Hektar mit Mandelbäumen bepflanzt. Noch heute feiert die Stadt Agrigent jedes Frühjahr ihre sagra del mandorlo in fiore, das Mandelblütenfest. Die aromareichsten Mandeln indes kommen aus der Region von Syrakus, allen voran die in Form und Geschmack perfekte Pizzuta di Avola. Kein Wunder also, dass in den Pasticcerie von Avola Mandel-Spezialitäten wie facciuna (eine Art Makronen mit Zimt, Honig und Kakao, wie sie die Nonnen der umliegenden Klöstern buken) oder carrubbini (mit Johannisbrotmehl und Orangen) angeboten werden.

Mandeln in himmlischer Vollendung

In ganz Sizilien indes verbreitet sind die torroni, crocanti und die aus den bitteren Mandeln hergestellten amaretti. Inselweit gibt es auch die Pasta Reale (wörtlich: Königsgebäck), eine Art Marzipan. Mitunter trägt es noch den Namen Frutta di Martorana – nach der Kirche in Palermo, die einst das Herstellungsprivileg hatte. Bereits seit dem Mittelalter kennt Sizilien auch il Biancomangiare, das „weiße Essen“. Ursprünglich eine (mitunter durchaus auch herzhafte) Speise des europäischen Adels und zudem als Fastengericht gereicht, ist der „Mandelsulz“ heute nur noch in seiner süßen Form bekannt. Serviert auf einem Zitronenblatt, bezaubert die gekühlte Komposition aus gerösteten Mandeln, Zucker, Zitronenschale und Zimt Gaumen und Auge gleichermaßen. Ein schöner Moscato oder Malvasia macht den Genuss perfekt.