Trinken muss der Mensch. Mindestens ein und ein halber Liter am Tag sollten es sein, besser noch zwei. Doch während es beim Trinken von Wasser um die Aufnahme von lebensnotwendiger Flüssigkeit geht, trinken wir Wein, um zu genießen. Und wir zelebrieren diesen Genuss, denn Weintrinken hat sich zur Wissenschaft  entwickelt, zu einem Ritual, das den Kenner vom Unwissenden unterscheidet, den Könner vom Laien. Ein Fest der Sinne. Eine Freude für den Weinliebhaber. 
Auch die Weine Südtirols wurden in den vergangenen Jahren wieder und wieder beschaut, berochen, geschwenkt, geschlürft und gekaut und - für gut befunden. So gut, dass sich mittlerweile eine große Fangemeinde gebildet hat.

Weinlandschaften in Südtirol

Zwischen alpinem und mediterranem Klima und einer Höhenlage, die von 200 bis 1.000 Metern reicht, findet man in Südtirol eine Vielfalt landschaftlicher Eindrücke. Ein kleines Land, in dem sich hohe schneebedeckte Gipfel in unmittelbarer Nachbarschaft zu toskanisch anmutenden Landschaften befinden, Flüsse und Seen zum Baden einladen, Berge und Waale zum Wandern -  und dazwischen Weinberge mit 20 unterschiedlichen Rebsorten, die trotz der vergleichsweise bescheidenen Größe von rund 5.300 Hektar Anbaufläche eine Fülle erstklassiger Weine hervorbringen. Dafür stehen sanft geschwungene Weinberge mit prächtigen Weingütern am Kalterer See, ein breiter, sonnenverwöhnter Talkessel mit Temperaturen um bis zu 40°C im Weinanbaugebiet Bozen, ein überaus mildes, ausgeglichenes Klima und leichte bis mittelschwere Sandböden in Meran und Umgebung, trockene, humusarme Böden im Terlaner Becken und eine spektakuläre Alpenlandschaft im Vinschgau und Eisacktal. Genau diese Vielfalt ist es, die so perfekte Bedingungen für den Facettenreichtum des Südtiroler Weins schafft.

Im Norden und Osten grenzt Südtirol an Östereich (Tirol), im Westen an Graubünden in der Schweiz, im Südwesten an die Lomardei, im Süden an das Trentino und im Südosten schließlich an Venetien. So schließt sich der Kreis.
Die Karte zeigt die einzelnen Orte des Anbaugebietes Südtirol, dessen Herzstück  von Brixen im Norden bis ins südliche Tramin reicht. Südlich ist hier allerdings relativ, denn Südtirol ist die nördlichste Provinz Italiens und war in  seiner wechselvollen Geschichte bis zum 1. Weltkrieg der österreichisch-ungarischen Monarchie zugeordnet. Das schlägt sich bis heute auf die Sprache nieder: Fast 70% der Bevölkerung ist deutschsprachig.
 Übrigens: Auch wenn die Wein-Anbaufläche verhältnismäßig klein ist, mit fast 7.400 m² insgesamt ist Südtirol dennoch die flächenmäßig größte Provinz.  Rund 500.000 Südtiroler wohnen hier, davon etwa ein Fünftel in der Landeshauptstadt Bozen.

Vor allem die weißen Rebsorten sind es, die die Hitlisten anführen. Sowohl in Bezug auf die Produktionsmengen, als auch auf den Grad der Beliebtheit. Am bekanntesten die Klassiker: Pinot Grigio, Gewürztraminer, Weißburgunder und Chardonnay. Aber auch Sauvignon, Müller Thurgau, Sylvaner, Kerner, Riesling und Veltliner sind auf dem Vormarsch.
Rund 58 Prozent der Südtiroler Weinbaufläche stehen für den Anbau der weißen Reben zur Verfügung. Auf den verbleibenden 42 Prozent befinden sich die roten Trauben. Vernatsch und Lagrein, Blauburgunder, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Sie alle fühlen sich hier gleichermaßen wohl.

Die 7 Weinregionen im Stenogramm 

Überetsch 

1.700 ha - 300 bis 700 m Anbau – Weinstraße-Hochburgen mit Kaltern und Eppan, hohe Ansitz- und Weingutsdichte, Weißburgunder und Vernatsch - von Kalk bis Porphyr - berühmte Genossen wie St. Michael-Eppan, Schreckbichl, Girlan, Kaltern - biodynamisches Manincor – kleine Weingüter: Stroblhof Eppan Berg, Bergmannhof St. Pauls, Peter Sölva Kaltern, Abraham Eppan, Niedrist Girlan, Schloss Englar Eppan Berg (NEU)

Unterland 

1.900 ha - 200 bis 1000 m Anbau - Gewürztraminer, Chardonnay und Bordeaux-Sorten - warm – markante Unterschiede von Neumarkt bis Tramin - Grenzland zum Trentino - Berühmte Weingüter wie Lageder, Elena Walch, Hofstätter, Franz Haas, Tiefenbrunner, Zemmer und Cantina Tramin – Kleine Weingüter: Baron Longo Neumarkt (NEU), Pfitscher Montan, Baron Widmann, Peter Dipoli

Bozen 

700 ha - 250 bis 900 m Anbau - Heißer Talkessel und St. Madgalenerhügel - von Schwemmland bis Porphyr - Lagrein und Vernatsch - Kellerei Muri-Gries - Kellerei Bozen (Neubau 2018) – kleine, berühmte Weingüter: Ansitz Waldgries, Erbhof Unterganzner, Nusserhof, Gögglhof 

Eisacktal 

400 ha - 400 bis 800 m Anbau – Kühle Gegend - Sylvaner und Riesling - Kloster Neustift, Eisacktaler Kellerei, Pacherhof - Brixen – kleine Weingüter: Strasserhof Vahrn, Köfererhof Vahrn, Kühnhof Brixen

Vinschgau 

70 ha - 500 bis 800 m Anbau - Windreich, trocken – Apfelhochburg  - kleine Weingüter wie Köfelhof in Kastelbell und Falkenstein in Naturns

Meran 

380 ha - 300 bis 800 m Anbau - sanfte Weine im Kurgebiet – Meraner Kellerei und Adelsfamilien – kleine Weingüter: Eichenstein Marling (NEU), Pardellerhof Marling, Kränzelhof Tscherms

Etschtal 

260 ha - 250 bis 900 m Anbau – berühmte Genossen in Terlan und Nals regieren das Tal der Burgen

Sekthäuser

Flaschengärsekte von Format - Arunda/Sepp Reiterer in Mölten, Lorenz-Martini in Girlan, Haderburg/Ochsenreiter in Salurn