Nun auch "Superiore" für den Ripasso!

6 Jahre nach der Einführung der Kategorie Ripasso darf der Wein die Bezeichnung Superiore tragen und gleichzeitig werden strengere Vorschriften im Gesetz verankert

Zwei Vorteile sind das für den Weintrinker: Die Qualität im Weinberg als Grundlage wird nun auch beim Ripasso hervorgehoben. Die Erzeugungsvorschriften sind eindeutiger geregelt, d.h. eine mögliche, dritte Gärung und der Verschnitt von ungleichen Weinkategorien (innerhalb der DOC Valpolicella) wird eine Riegel vorgeschoben.
Ripasso ist ein Verkaufsschlager, doch wie er erzeugt wird, ist vielen nicht klar bzw. nicht wichtig, er schmeckt einfach und passt ins Preisgefüge. Mengenmäßig liegt der Rotwein heute weit vor dem Amarone bzw. dem einfachen Valpolicella. Stolze 26  Mill. Flaschen Ripasso erreichen jedes Jahr den Markt, die mit ihrem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis den Amarone im Wettbewerb eine solide und breite Basis geben.

Einmaleins des Valpolicella

Wer einen guten Amarone erzeugt, dem nimmt der Weinliebhaber auch einen günstigeren Ripasso ab, ohne an der Qualität zu zweifeln, denn oftmals stammen die Trauben aus dem gleichen Weinberg wie die Trauben des Amarone bzw. enthalten einen Anteil des konzentrierten Mostes, denn dieser ist ja im Trester enthalten.
Kurz sei an dieser Stelle an den Prozess des Ripasso erinnert: Feuchter Amarone-Trester mit einem Anteil Most wird zum Valpolicella gegeben und der Zucker im Most bewirkt eine zweite Gärung des Weines - Fertig ist der Ripasso!
Zweifelsohne fehlt dem Ripasso die Komplexität und Dichte des Amarone, der nach einigen Jahren Holzfassausbau erst in den Verkauf gebracht wird. Seine Aromatik wie auch der Alkoholgehalt können jedoch ähnlich sein und viele Weinliebhaber können das eine vom anderen nicht unterscheiden.
Der Amarone ist und bleibt das Aushängeschild des Gebietes, getrunken wird nach den Zahlen zu urteilen, der Ripasso und immer weniger der Valpolicella DOC, der als einfacher Rotwein so gar nicht zu diesen beiden Schwergewichten passt. Dass große Firmen die Beliebtheit des Ripasso zu nutzen wissen, zeigen die Verkaufszahlen dieser Kategorie, bei denen Nordamerika (21%) und Großbritannien (16%) vor Deutschland (13%) liegen. Die anderen EU-Staaten (10%), Schweden (5%), Russland und China (5%).

Der einfachste Wein dieser Phalanx, der Valpolicella DOC bzw. Valpolicella Classico DOC, findet unabhängig von der seit Jahren zurückgehenden Menge wieder seine Liebhaber. Und dies sowohl bei den Weintrinkern wie den Winzern, die den einfachen Ausdruck der Rebsorten des Valpolicella ohne Holzausbau zu schätzen wissen. Wenn sie aber einen "Superiore" Valpolicella kaufen, dann hat dieser bereits einen komplexeren Charakter!

Die Mathematik beim Ripasso

Und nun zurück zu dem Begriff Superiore beim Ripasso. Derjenige Wein darf ihn tragen und wird dadurch aufgewertet, der bei der Weinlese die enger gefassten Qualitätskriterien hinsichtlich des Mindestalkohol und des Extraktes im Gegensatz zum einfachen Ripasso erfüllt. Viel wichtiger als diese Kriterien sind aus unserer Sicht die Änderungen, die den Ausbau im Keller regeln: Eine dritte Vergärung, die in etlichen Betrieben eingesetzt wurde, um den gewünschten Weincharakter zu erzielen und die Menge zu erhöhen, ist nicht mehr erlaubt. Der Trester muss einen Mostanteil (Minimum 10g/l Zucker) enthalten, der für Amarone vorgesehen ist, und im finalen Ripasso muss diese Menge dann 10-15% der Gesamtmenge ausmachen. Noch mal langsam und in Ruhe den Satz durchdenken!
Und nun kann auch kein deklassierter "Trester" mehr für den Ripasso eingesetzt werden. Drei Tage muss die zweite Gärung zudem mindestens dauern, ansonsten wird dem Produkt die Anerkennung durch das Konsortium verweigert. Mit der Mengenregulierung wird endlich zweifelsfrei verhindert, dass "beliebig viel" Ripasso aus den Amaronetresterbeständen erzeugt werden kann. Und dies ist ein sehr wichtiger Schritt für das Konsortium, das damit die Mengenverhältnisse zwischen den Rotweinen des Valpolicella in ein besseres Gleichgewicht bringen kann.

Aktuelle Zahlen zur rasanten Entwicklung des Ripasso im Valpolicella.