maische — Masse aus angequetschten Trauben, Saft, Schalen und Kernen.
maschinenlese — Ernte mit Lesemaschinen. Die moderneren Maschinen sind so sensibel einstellbar, dass nur die wirklich reifen Beeren eingesammelt werden, da diese leichter vom Stiel abfallen als unreife. Sie sind allerdings nur in flachen Gegenden und solchen mit leichter Hanglage einsetzbar. Vgl. Handlese.
mazeration (p Extraktion) — (lat. macerare − einweichen) Das Auslaugen der Inhaltsstoffe aus der Beerenhaut kann auf unterschiedlichste Weise ausgeführt werden und hängt von der Philosophie des Kellermeisters ab: von sehr schonend durch manuelles Untertauchen des Tresterhuts bis hin zu einem maschinellen Rührwerk im Tank.
mehltau — Pilzbefall der Pflanze, der durch einen weißen Belag auf den Blättern erkennbar wird. Man unterscheidet zwischen Echten (Behandlung mit Schwefel) und Falschen Mehltauarten (Behandlung mit Kupfersulfat). Der Pilz schädigt die Blätter, die bei starkem Befall absterben. Dadurch ist die Versorgung der Beeren gefährdet, und es können dünne Rotweine und ausdrucksarme Weißweine entstehen.
metodo charmat (ital. metodo martinotti) — Tankgärverfahren bei der Schaumweinherstellung, bei der die zweite Gärung nach Hefebeigabe zu den vergorenen und verschnittenen Grundweinen im geschlossenen Drucktank und nicht in der Flasche geschieht. Anschließend Filtration, Dosage und Abfüllung unter Druck.
metodo classico (ital.; metodo tradizionale) — Flaschengärmethode bei der Schaumweinherstellung, bei der die zweite Gärung nach Zugabe von Hefe und Zucker zum vergorenen, verschnittenen und abgefüllten Grundwein in der Flasche stattfindet. Nach der Gärung bringen die abgestorbenen Hefezellen durch langen Kontakt mit der Flüssigkeit zusätzliche Aromen in den Wein. Durch Rütteln lagert sich die Hefe im Flaschenhals ab, der Sekt wird p degorgiert und mit einem Kork verschlossen. Das ist die hochwertigste Methode der Sektherstellung und für Trento und Franciacorta verpflichtend.
millesimato — Sekt mit Jahrgangsangabe, der zu mindestens 85% aus Trauben des angegebenen Jahrgangs hergestellt wurde. Ein Millesimato wird oft länger auf der Hefe gelagert als die Brut-Basisqualität.
mineralität — Mit der Zunge spürbare, aromatische Wahrnehmung bei der Weinverkostung, die im übertragenen Sinn an die Beschaffenheit von Steinen erinnert, die im Regen nass geworden sind. Diese Weine schmecken oftmals leicht salzig. Sie stammen häufig von Böden mit hohem Mineralgehalt wie Schiefer, Vulkangestein, Kalk oder Granit.
most — Nicht vergorener gepresster Traubensaft, der durch Gärung zu Wein umgewandelt wird. Aus einem Kilogramm Trauben gewinnt man ca. 0,7 Liter Most.
mundgefühl — Mit der Zunge spürbares, haptisches Empfinden bei der Weinverkostung. Das Mundgefühl eines Weins kann mit Eigenschaften wie rau, samtig, seidig, dicht, cremig kompakt, kratzig etc. beschrieben werden.
non filtrato (ital.) — Ungefiltert, unfiltriert; Etikettenangabe. Manche Erzeuger vertreten die Meinung, dass Filtration einen Wein zwar klar und stabil macht, aber auch Geschmacksstoffe herausfiltert. Insbesondere bei trockenen Rotweinen ist die unfiltrierte Abfüllung in Mode.
novello (ital.; vino novello) — Junger und schnell vergorener Wein, der kurz nach der Ernte in den Handel kommt und für den raschen Genuss empfohlen wird. In Frankreich ist er als Nouveau oder Primeur bekannt, in Spanien als Joven.
oidium (bot.) — Echter p Mehltau. Die Unterarten unterscheiden sich je nach Wirt, so greift der Oidium tuckeri ausschließlich Reben an, dies vorzugsweise bei trockener und heißer Witterung mit nächtlicher hoher Luftfeuchtigkeit.
önologie — Lehre vom Weinbau. Heute wird so vor allem die Lehre der Kellertechnik (im Gegensatz zum Weinanbau) bezeichnet.
oxidation — Die Reaktion mit Sauerstoff ist bei der Weinbereitung ein gewollter, wenn kontrollierter Vorgang. Wein braucht eine gewisse Menge Sauerstoff, um seine Entwicklung voranzutreiben und um zu reifen. Unkontrollierter, übermäßiger Luftkontakt lässt ihn jedoch flach, schal und braun werden. Bei einigen Süßweinen
(z.B. Marsala, Vinsanto) gehört Oxidation zum Geschmacksbild.
oxidativer ausbau — Gesteuerter Sauerstoffkontakt bei der Weinbereitung. Bei der richtigen Anwendung bringt Luftkontakt stabile Weine hervor, die oft etwas intensiver in der Farbe und teils auch etwas breiter im Geschmack sind. Das Gegenteil ist der # reduktive Ausbau.
passito — Aus getrockneten oder angetrockneten, sehr reifen Trauben hergestellter Wein mit deutlicher Restsüße − keine gesetzliche Mindestzuckermenge.
peronospora — Falscher Mehltau; Rebkrankheit, die Blätter, Blüten und Trauben befällt, vor allem bei feuchtem Wetter.
pergola — Die Reben werden auf eine Art Baldachin gezogen, um die Sonneneinstrahlung zu optimieren. Traditionelle # Reberziehung von Venetien bis Abruzzen sowie Latium.
perlage — frz. für die Kohlensäure-Bläschen in Schaumweinen. Kann sich feinperlig, cremig, grob, rau etc. anfühlen.
pflanzdichte — Anzahl der Rebstöcke pro Hektar. Heute sind in Italien 5.000 Stöcke / ha üblich, in älteren Anlagen findet man 2.500. Manche Winzer pflanzen auch 7.000 oder 9.000 Pflanzen pro Hektar.
podere (ital.) — Kleinerer Landwirtschaftsbetrieb, Weingut; gelegentlich auch für Weinlage genutzt.
poggio (ital.) — Bezeichnung für einen Hügel in der Toskana und einigen anderen Gebieten.
quintali (ital.) — Doppelzentner, 100 Kilogramm (Hinweis: In Deutschland definiert man den Zentner mit 50 kg, in Österreich mit 100 kg).
qualitätspyramide — Italienisches Qualitätssystem mit Basis Tafelwein VDT, darüber IGT, dann DOC und die DOCG als Spitze der Weinerzeugung, das in den sechziger Jahren eingeführt wurde. Mit der EU-Weinmarktreform verschwimmen die Konturen, da nun beim Tafelwein auch Jahrgang und Rebsorte genannt werden dürfen (siehe Kasten „Abkürzungen“) und die Bezeichnungen DOC und DOCG zu DOP zusammengefasst wurden.
rassig — Geschmacksbezeichnung; Wein mit kräftiger, sich rau anfühlender Säure, die aber nicht aggressiv ist; kann jahrgangs- oder sortenbedingt sein.
reberziehung (Erziehungsform) — Der Rebstock ist eine Pflanze, die entweder einzeln für sich stehen kann (= Buschkultur), sich an Bäumen hochrankt oder (heute) auf gespannten Drähten oder Holzgerüsten wächst. Ziele der verschiedenen Formen sind eine optimale Sonnenausbeute und Belüftung. Drahtrahmenerziehung ermöglicht eine maschinelle Bewirtschaftung und senkt den Arbeitsaufwand im Weinberg erheblich. Weitere wichtige Erziehungsformen sind # Alberello-, # Guyot-, # Kordon- und # Pergolaerziehung, die je nach Tradition, Rebsorte und klimatischen Verhältnissen im Anbaugebiet eingesetzt werden.
reblaus — Pflanzenlaus, die Wurzeln oder Blätter des Rebstocks anfrisst, wodurch Viren und Bakterien durch die Löcher eindringen können und Krankheiten verursachen. Wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aus Amerika eingeschleppt und zerstörte die europäischen Weinberge. An amerikanischen Wurzelstöcken richtet sie keinen Schaden an, da die Fraßlöcher sofort wieder zuwachsen. Deshalb pflanzt man europäische Rebstöcke auf amerikanische Unterlagsreben. Die Reblaus mag keine sandigen Böden.
rebsorten — Typische italienische Rebsorten mit Angabe der Farbe rot oder weiß bzw. Süßwein (Abkürzung in Klammern) sowie Nennung der vorherrschenden Regionen, in denen sie wachsen, und der bekanntesten Weinanbaugebiete dieser Sorte (beide Angaben in der Reihenfolge ihrer Bedeutung) finden sie hier