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Italien, Brunello, Toskana, Landschaft mit Zypressen und Weinreben in Abendstimmung bei Montalcino
Fotoblog Toskana - Brunello und andere Weine der Toskana
Steineiche mit ihren Früchten – von diesen an den Hängen des Orcio-Tals weitverbreiteten Bäumen, italienisch: leccio oder im Plural lecci, hat der Ort Montalcino seinen Namen; wörtlich bedeutet er Berg der Steineichen.
Abendliche Aussicht: Von seiner exponierten Höhe reicht der Blick aus Montalcino an klaren Tagen weit in alle Himmelsrichtungen – bis zum Appinin etwa oder bis ans Meer und zur Insel Giglio. Historisch war der berühmte Weinort übrigens eng mit Siena verbunden – als dessen letztes Bollwerk gegen die feindlichen Florentiner.
Gute Nachrichten: Steinpilze frisch gesammelt, sind eine wunderbare herbstliche Delikatesse der Toskana. Man isst sie meist ganz schlicht zubereitet, mit etwas Öl und Butter, in Weißwein geschmort oder in Gestalt von crostini con salsiccia e funghi porcini. Manche Köche frittieren die Pilze auch oder verarbeiten sie roh zu Salat, aromatisiert mit Zitrone und Parmesan.
Köstliche Meterware: handgerollte toskanische pici lassen das Herz eines jeden Pasta-Fans höher schlagen. Die vor allem um Montepulciano verbreitete, meist zu Nestern gelegte Spezialität aus lokalem Hartweizengries eignet sich durch ihre aufgeraute Oberfläche bestens, um Saucen aufzunehmen – etwa aus Tomaten oder auch schlicht aus Semmelbröseln und Knoblauch in Olivenöl (alle briscole)
Jan Erbach und Caroline Pobitzer führen ihr kleines Weingut Pian dell’Orino biodynamisch. Der Önologe aus Erbach und Südtiroler Winzerin besitzen bei Montalcino 6 ha Rebland in vier verschiedenen Lagen und zaubern immer wieder die ganze Vielfalt des Terroirs in ihre ebenso feinen wie frischen Weine.
Ist eine Sangiovesetraube von einer Morellino- oder Prugnolotraube zu unterscheiden? Da es die gleiche Rebsortenfamilie ist und es auch bei einer Sorte unterschiedliche Spielarten, in der Wissenschaftssprache Klone genannt, gibt, kann das nur ein richtiger Fachmann. Ihm hilft auch die Blattform bei der Unterscheidung.
Reifungs-Rhythmen: Blutrot schießt der Brunello aus dem Tank; er wird belüftet und anschließend wieder in einem anderen Tank gefüllt. Nach der Gärung darf er sich dann ausruhen und im Holzfass zur Ruhe kommen und sich verfeinern.
Bistecca Fiorentina in Rohform: 600 bis 700 Gramm schwer und ungefähr vier Zentimeter dick sollten die Scheiben für die toskanische Spezialität im Idealfall sein. Das Fleisch wird dabei aus dem ganzen Roastbeef geschnitten, bevorzugt vom Jungochsen der alten Rinderrasse Chianina, die schon die Etrusker schätzten und die heute nur noch in zehn italienischen Provinzen gezüchtet wird.
Brunello mit der DOCG-Bandarole sollte auf jeden Fall dekantiert werden; der Sangiovese braucht, wie jeder große Wein, Zeit und Raum, um sich zu entfalten.
Grobes Salz und vielleicht ein paar Rosmarin-Nadeln – basta! Bistecca (alla) Fiorentina ist ein pur(istisch)er Genuss. Traditionell kommt für das ausschließlich auf dem Grill zubereitete T-Bone-Steak eigentlich nur das besonders zarte Fleisch der weißen Chianina-Rinder in Frage. Und bestens passt ein Brunello dazu.
Südlich von Siena trifft man auf die durch Erosion entstandene Landschaft der Crete Senesi − in der im Herbst und Winter nur die einsamen Bauernhäuser und die Wolkenspiele am Himmel farbige Akzente setzen. Denn dann sind die Schaf-Weiden kahlgefressen und die endlosen Weizenfelder, die im Sommer die flachen Ton-Hügel in ein wogendes goldenes Meer verwandeln, schon umgepflügt.
Zukunft und Gegenwart: Anders als auf der realen Zeitschiene fällt hier das, was kommt, als erstes ins Auge – der neu bestockte Weinberg, dessen Pflanzen noch mehrere Jahre brauchen werden, bis der Winzer die ersten Trauben ernten kann. Am Horizont indes regiert schon die fortgeschrittene Zeit; dort stehen die Reben bereits Spalier.
Goldstück: Wahre Schätze breitet die Toskana vor der Augen des Betrachtes aus; vor allem in der Herbstsonne entfaltet die Natur dieser Region einen einzigartigen Zauber. Alles Grelle weicht aus ihrer Farbpalette; sanfte Töne schmücken nun Himmel und Erde, Rebgärten und Baumgewächse.
Weltberühmte Silhouette: Sienas Piazza del Campo mit ihrer markanten Rathausarchitektur bildet alljährlich die Kulisse für den farbenprächtigen Palio, dem Reiterwettkampf der Stadtviertel. Der eindrucksvolle Turm des Palazzo Publico trägt übrigens den kuriosen Namen Torre del Mangia – abgeleitet von mangiaguadagni (Verdienstfresser), wie das Volk den ersten Glöckner spöttisch getauft hatte.
Eine Landschaft für Romantiker! Sanft breitet die Nacht ihr funkelndes Sternenzelt über die Weinberge von Montalcino. Die Reben dieser lieblichen Hügel liefern die Basis für jenes Spitzenerzeugnis, dass die Augen von Weinliebhabern leuchten lässt wie die Sterne am dunklen Firmament: den Brunello di Montalcino. Ein himmlischer Genuss, auch wenn die Sonne noch Wache hält am Horizont.
Gallo Nero – der Schwarze Hahn bürgt weltweit für die Qualität des Chianti-Classio. Zurück geht das Markenzeichen des Konsortiums zum Schutz dieses besonderen Weins auf eine toskanische Legende um die Gebietsansprüche zwischen den Republiken Siena und Florenz. Die Herrscher vom Arno siegten in dem Reiter-Wettstreit dank ihres hungrig und dunkel gehaltenen, verfrüht krähenden Federviehs.
Natürlich beschützt: Üppiges Baum-Grün umgibt vielerorts die Weingüter des Chianti, wie hier Montebernardi in der Nähe von Panzano. Auf den rund 5 ha Rebland stehen mehr als dreißig Jahre alte Stöcke, die neue Eigentümerfamilie produziert daraus seit 2003 unter anderem einen ansprechenden biodynamischen Chianti mit Sangiovese-Nerv.
Viel Stein, viel Ehr’ – bei Castellina wachsen die Sangiovese-Reben auf Böden, die mit Alberese-Schotter bedeckt sind; sie liegen auf mehr als 500 m Höhe und zählen damit zu denn höchsten Weinbergen des Chianti-Classico-Gebietes. Der grau-elfenbeinfarbene Kalkstein ist typisch für die Region – auch als Baustoff.
Erntereif: eine pralle, perfekte Sangiovesetraube, der auch der Regen, der immer mal wieder niedergeht in den Hügeln des Chianti, nichts anhaben konnte. Locker und frei hängen ihre Beeren der Traube; daher konnte sich keine Fäulnis einnisten, trotz der erlittenen Befeuchtung vom Himmel.
Stilles Leuchten: Solche Momente sind selten auch im Leben absoluter Weinexperten – Glas und Licht treffen im idealen Winkel aufeinander; selbst der Chianti scheint innezuhalten, kein Bläschen blubbt auf seiner glatten Oberfläche. Makellose Stimmigkeit, die durch das Leeren des Kelches später vollendet wird.
Ehrwürdige Riege: 1962er Il Poggio – der Chianti Classico Topwein von Castello di Monsanto. Nur noch wenige Flaschen sind von dieser ersten Ernte des Weinguts in Barberino Val D'Elsa erhalten; das die Familie Bianchi seither kontinuierlich und auf erstaunliche Weise ausbaute, um ihren Weinen beste Bedingungen zu bieten.
Concha d’Oro: Tatsächlich wie von einem Goldhauch überzogen mutet dieses Fleckchen Chianti-Erde an. Weit schweift der Blick von dem kleinen Weinort Panzano über dessen Flanke mit der Lage „Goldmuschel“, jenen Rebhang, der sich halbkreisförmig nach Süden öffnet und auch im Herbst noch lange das Sonnenlicht einfängt. Die Weingärten gleich mehrerer Classico-Spitzenwinzer liegen hier.
Hahn im Schilderwald: Ein Azienda Agricola-Hinweis mit Federvieh-Logo verspricht, auf dem richtigen (Wein)Weg zu sein. Aber egal wohin man sich auch wendet in der Gegend von Panzano, rundum ist immer Chianti-Gebiet! Und da lohnt eigentlich jede Himmelsrichtung.
Kleingeld reicht nicht: für einen Chianti Classico muss man schon zu ein paar Scheinen greifen – oder zumindest einen ganzen Haufen von Messing-Nickel-Kupfer-Nordisch-Gold-Stücken auf den Verkaufstresen legen. In vielen Fällen aber rechtfertig die Qualität den Preis.
Sag’s mit Dante! Mario Cecchini, Sproß einer alteingessenene toskanischen Metzgersfamilie entstammt, hat in Panzano eine Macelleria im antiken Stil aufgebaut, in der man ungewöhnliche Fleischkreationen, entweder roh oder bereits zubereitet, kaufen kann. Neben seinen Fähigkeiten als kreativer Metzger und exzellenter Koch glänzt Mario auch als Entertainer, zum Beispiel mit Dichterzitaten.
Späte Schönheit: Zwar ist Santa Maria del Fiore eines der größten Bauwerke der christlichen Welt und ihre weithin das Stadtbild von Florenz prägende Kuppel nach den Plänen Brunelleschis gilt als technisches Meisterwerk der Renaissance. Doch ihre weiße Fassade aus Carrara-Marmor mit Verzierungen aus dem grünem Marmor von Prato und roten Maremma-Marmor erhielt sie erst im 19. Jahrhundert.
Gute Laune in den Gassen von Florenz – die Stadt stimmt fast jeden heiter mit ihrem unkomplizierten Charme, egal ob auf den Plätzen oder in den Läden, an den Ständen der Markthalle oder in den Cafés und Weinstuben, wo es zur Mittagspause oder am späten Nachmittag und frühen Abend ein paar deftige Happen gibt und ein Glas Wein dazu.
Drama in Marmor: Giambolognas „Raub einer Sabinerin“ in der Loggia dei Lanci neben dem Palazzo Vecchio von Florenz. Das Werk des flämisch-italienischen Bildhauers wurde bereits bei der Aufstellung 1583 begeistert aufgenommen. Die spiralförmige Anordnung der Gruppe verleiht der Komposition eine besondere Spannung, da auch keine der Figuren sich dem Betrachter als vernachlässigte Rückenansicht zeigt.
Zur Spezies der lanzichenecchi gehören diese beiden Herren nicht, auch wenn sie sich an der Loggia dei Lanzi niedergelassen haben; der Arkadenhalle, in der im 16. Jahrhundert die Landsknechte des Medici-Herrschers Cosimo I. kampierten. Ursprünglich diente die Loggia für Kundgebungen und Empfänge der Republik Florenz; heute dient er der Präsentation von Skulpturen aus den Uffizien.
Mille bollicine – wahrscheinlich sind es sogar nicht nur Tausende, sondern Millionen von kleinen Bläschen, die aufsteigen, wenn der Traubenmost zu gären beginnt. Immer wieder gehen sie neue Verbindungen ein und formen Gebilde, die wie Perlen-Inseln wirken. Luftkunst sozusagen.
Feen-Landschaft: Zarter Morgennebel sorgt für einen ganz besonderen Zauber in den Weinbergen nahe San Giminiano. So fein und elegant wie der Schleier einer Fee ist in der Regel auch der Charakter des Vernaccia, jenes Weißweins, der in dieser Region wächst und als erstes italienisches Reberzeugnis überhaupt bereits 1966 den DOC-Status erhielt.
Wenn Wolken und Nebel das Zepter führen zwischen der ligurischen Küste und den Hügeln ihres Hinterlands, wenn die Sonne sich versteckt vor der Macht ihrer Rivalen, dann mag man kaum glauben, dass die Vernaccia-Traube hier das Licht und die Wärme findet, die sie für ihre nach Mandelblüten duftende Eleganz benötigt. Aber es gelingt ihr immer wieder!
Meer statt Reben: Nicht vom Strand, sondern aus dem Weinberg stammt dieser vielgestaltige Muschelfund. Was beweist: wo heute Vernaccia-Trauben wachsen, wogte vor Millionen von Jahren das Meer. Frisch von der Küste passen vongole und vernaccia übrigens hervorragend zusammen!
Dramatische Kulisse: Noch immer reckt sich eine stattliche Zahl von sogenannten Geschlechtertürmen aus den Mauern San Gimignianos in den toskanischen Himmel. Ursprünglich waren 72 solcher Wolkenkratzer, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert entstanden, um den sozialen Status ihrer Besitzer anzuzeigen – und dem Ort inzwischen den Beinamen Manhatten des Mittelalters einbrachten.
Hochmittelalterliche Raumtiefe: Mit ihrem dreidimensionalen Effekt bannt diese Wandmalerei im Rathaus von San Gimigniano unwillkürlich den Blick. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, als solch perspektivische Techniken noch nicht sehr verbreitet waren. Der einstige Palazzo Communale des mittelalterlichen Städtchens dient heute nicht mehr als Bürgerverwaltung, sondern als Museum.
Nessun vino può cambiare il mio amore – lautet ein italienisches Sprichwort; kein Wein kann meine Liebe verändern. Nun, so eine stürmischer Jungspund, wie er hier mit fast skulpturaler Verve aus dem Hahn fließt, wäre es vielleicht schon wert, mal genauer unter die Lupe genommen zu werden. Wer weiß, welche Gefühle er nach seinen Reifejahren auszulösen in der Lage ist.
Fast gewonnen! Kaum noch Chance haben diese Nebelschwaden gegen die Kraft der Sonne. Bald werden sie komplett besiegt sein und ein azurnes Baldachin wird sich auffalten über dem Grün der Reben. Nicht umsonst ist das heiße Gestirn im Italienischen männlich. Il sole versteht es meist, sich durchzusetzen.
Allee mit Auszeichnung: Die von Zypressen gesäumte Verbindung zwischen der Via Aurelia und Bolgherie wurde von der UNESCO in ihre Welterbe-Liste aufgenommen. Wie ein zu Schlaufen gefädeltes Band wellt sich das von der internationalen Kultur-Institution geadelte, und schon im 19.Jahrhundert von einem Dichter besungene Sträßchen zu Füssen den majestätischen Bäume.
Fröhliche Frauenpower: Hunderte von Flaschen stehen in der Enoteca Tognoni für den Liebhaber toskanischer Weine zur Wahl. Dazu gibt es Handfestes wie bruschette, crostini, ribollita oder sott’olio – und immer mal wieder ein staunendes Lachen, sowohl hinter wie vor dem Tresen: dass Bolgheri so berühmt ist, kann hier im Palazzo des Castello di Bolgheri kaum einer fassen.
Steinwein mit Stern: Weil der Boden auf dem er wächst, kräftig mit Kieseln – italienisch: sassi – durchsetzt ist, wurde der Rote aus Bolgheri auf den Namen Sassicaia getauft. Seit 1994 darf er zudem das Kürzel DOC führen. Sein bester Jahrgang? Da gehen die Meinungen auseinander, auf jeden Fall ist der Wein auf Cabernet Basis ein sehr eleganter Tropfen, der nicht viel mit seinen Muskeln protzt.
Marchese Niccolò Incisca della Rocchetta führt das Erbe seines Vaters Mario fort, der mit dem Sassicaia einen Kultwein geschaffen hat. Die italienische Weinbürokratie tat sich allerdings lange schwer mit dem edlen Gewächs – denn es besteht ausschließlich aus französischen Sorten.
Stilleben mit Stil: Elegante, zeitlose Möbel, ein Bücherduo und ein Rotwein aus den Bordeaux-Sorten Cabernet und Merlot, das ist wahrer Adel. Marchese Incisa della Rochetta hat eben Maßstäbe gesetzt in und um Bolgheri.
Panorama mit Pinien: Mal keine Zedern als Landschaftsakzent; vielleicht, weil in der Nähe von Bolgheri Marchese Mario Incisa della Rochetta residierte und aufgrund seiner engen Freundschaft mit dem Bordelaiser Spitzenwinzer Baron de Rothschild alles ein wenig anders machte? Zum Beispiel auch französische Cabernet-Stecklinge in den toskanischen Boden pflanzte.
Fast so imposant wie die Kirche: Größe und Architektur des Palazzo Contucci in Montepulciano lassen die wichtige Stellung seiner Erbauer und Besitzer ahnen. Tatsächlich erhielt ein Contucci bereits im Jahr 1434 das florentinische Bürgerrecht, ein anderer, befehligte im 16. Jahrhundert das Heer Cosimos, ein dritter trug den Doktortitel der Universität Pisa in Sachen Recht; ein vierter baute Orgeln.
Sinfonie in Rot: Um zu erreichen, dass die Beerenhäute mit dem Trauben-Saft in Berührung kommen wird die Maische mit einem Holzstößel untergedrückt. Der während der Gärung entstehende Alkohol entzieht ihnen die Farbe und die Extraktstoffe.
Über fünf Etagen 40m in die Tiefe reicht der Keller derer von Contucci. Er liegt direkt unter dem Familien-Palazzo an der Piazza Grande, hoch über den Gassen Montepulcianos. In den großen Holzfässern auf den mittleren Kellerebenen ruht der Wein seiner Reife entgegen; vergoren werden die Trauben, die auf den 21 ha der Azienda Agricola Contucci unter naturnahen Bedingungen wachsen, ganz unten.
Federico Carletti ist der Besitzer des Vino Nobile-Weingutes Poliziano und kämpft an der Spitze des Consorzio del Vino Nobile di Montepulciano als dessen derzeitiger Präsident um die Anerkennung dieses Weins zwischen Chianti Classico und Brunello di Montalcino. Das Gut hat er 1961 von seinem Vater Dario übernommen, die Refläche kräftig vergrößert und große Summen in den Kellerausbau investiert.
Markante Kurven: Aus den verschiedensten Blickwinkeln kennt man das berühmte, von Zypressen gesäumte Sträßchen in der Nähe von Montepulciano; meist wogen noch blonde Weizenfelder an seinem Saum. Nachdem das Korn geschnitten ist, sorgt das satte Braun ihrer Erde für einen sanften Kontrast zur Grünpalette von Bäumen und Gebüsch.
Gute Laune ist in Montepulciano angesagt, während der Lese und beim Dreh zum Film „The Twilight-Saga – New Moon“ nach dem Roman „Bis(s) zur Mittagsstunde“ von Stephanie Meyer. Fast alle Szenen dieser erfolgreichen Jugendgeschichte wurden in Kanada realisiert; nur für jene mit den Volturi, einer mächtigen Vampirfamilie aus Volterra, reiste das Set an den Originalschauplatz und in dessen Umgebung.
Nur Ruhe und Reben – das perfekte Urlaubsparadies. Wer würde nicht einmal für ein paar Tage abschalten wollten in solch einer Landschaft; umgeben nur von Grün in allen Schattierungen, und mit ein paar Flaschen dessen, was die Weinstöcke schon so hervorbrachten in der Vergangenheit.
Sapienza antica, bellezza moderna: Bei Giovanna Tiezzi verbinden sich historisches Wissen und zeitgenössische Schönheit sowohl in ihrer eigenen Person als auch im Charakter der Weine, die sie mit ihrem Mann Stefano Borso, einem Önologen und Agronomen, auf Pacina produziert – und zwar nur in ökologischer Manier. Das Gros der Weinberge nimmt Sangiovese ein, für den Pacina Chianti Colli Senesi DOCG.
Bevor Castelnouvo Berardegna begann, Weingeschichte zu schreiben, ging es als Zankapfel in die Annalen ein, denn in einer seiner heute gut 30 Gemeinden bekriegten sich 1260 Guelfen und Ghibellinen, also die Herrscher von Siena und Florenz. In einer anderen seiner frazioni, Pacina, wurden schon damals Reben gepflanzt; seit 1932 zählt Castelnouvo Berardegna offiziell zum Chianti-Gebiet.
Fröhliches Gespann: Giovanna Tiezzi Borsa und ihr Mann Stefano vom Weingut Pacina lassen sich auf von einem Gewitterregen die Laune nicht verderben. Solch eine kleine Wetterkapriole müssen Winzer vertragen können; und solche, die ihre Weine ganz im Einklang mit der Natur produzieren allemal.
Schlüssel zum Erfolg? Nur ein kleiner Dreh, ein unspektakulär gebogenes Stück Metall, ein paar roh gezimmert Balken – nicht immer lässt sich erahnen, was sich hinter solch einem uralten Portal verbirgt. Auf einem Weingut führt es meist in den Keller; und dort lagern mitunter ungeahnte Schätze.
Partystimmung beim Palio: Mit Männerschnurrbärten und Frauengesang wird in Siena der Sieg des farbenfrohen, historischen Pferdewettkampfes auf der Piazza del Campo gefeiert – und natürlich mit Chiantiwein; ausnahmsweise auch mal aus dem Plastikbecher.
Zeitzeichen: Im Chianti Rufina gibt es eine lange landwirtschaftliche Tradition; davon zeugt auch das verwitterte Eingangsschild des Gutes Selvapiana, welches wohl noch in seiner einstigen Tischlerei entstand. Ursprünglich im Besitz der Florentiner Bischöfe, liegt die Leitung von Selvapiana nun seit fünf Generationen in den Händen der Familie Giuntini, die hier auch 45 ha Reben kultiviert.
Watteweiß trifft Rebengrün: Im Chianti Rufina, dem nördlichsten und kühlsten Chianti-Untergebiet, hängt der Nebel lange im Tal. Erst spät kämpft sich die Sonne durch in die dieser waldreichen Berg-Region – aber wenn sie scheint, taucht die uralte Kulturlandschaft in goldenes Licht.
Kluge Stöpsel: Glassaufsätze, geformt wie eine kleine Flasche, verhindern zum einen, dass während des Gärprozesses Luft in die Barrique-Fässer kommt; zum anderen sorgen sie dafürz, dass die kleinen hölzernen Wein-Behältnisse nicht überschäumen, wenn sich ihr Inhalt allzu stürmisch gebärdet.
Weit verzweigt: Stammbaum derer von Giuntini-Antinori vom Weingut Selvapiana. Einem seiner jüngsten Sprosse, dem derzeitigen Betriebsleiter Francesco Giuntini Antinori, verdankt Selvapiana die Renaissance seines hohen Prestiges in Sachen Wein, welches es schon um 1715 genoss, als in der Ausschreibung Cosimo de' Medicis die Lagenbezeichnung ‚Pomino' unter den wichtigsten der Toskana aufgeführt wurde.
Schiefer Star: Auch wenn seine Neigung schon ein wenig korrigiert wurde ab 1990 – der runde weiße Campanile von Pisa ist gerade aufgrund seiner besonderen Stellung weltberühmt. Bereits einige Jahre nach Baubeginn anno 1173 gab der Boden unter seinem Fundament nach – und erst 200 Jahre später konnte der heute zum UNESCO-Welterbe zählende, freistehende Glockenturm für den Dom fertig gestellt werden.
Starker Auftritt: Ursprünglich zur Feldarbeit eingesetzt, werden die robusten Maremma-Rinder heute nur noch wegen ihres zarten Fleisches gezüchtet. Die langhornigen grau-weißen Tiere der antiken Chianina-Rasse kommen übrigens mit einem andersfarbig Fellkleid zur Welt; erst mit den Jahren verändert sich dessen hellbraue Farbe.
Perfekte Symmetrie: So als habe ein akribischer Landschaftsarchitekt sie auf dem Reissbrett entworfen wirkt diese Zypressen- und Pinienallee im Maremma-Gebiet. Häufig führen solch, schnurgerade, baumbeschatteten Straßen in dieser fruchtbaren Region zu großen Landwirtschaftsbetrieben.
Cacio e Vino – solch ein Name an der Fassade einer Osteria verspricht nur Gutes. Käse und Wein, ein wunderbares Paar. Und da wir in der Maremma sind, steht die Qualität beider Partner außer Frage. Rinder wie Reben finden in dem ehemaligen Sumpfgebiet an der Küste inzwischen ideale Bedingungen. Fast alle bekannten italienischen Weingüter haben sich Anbauflächen hier gesichert.
Wehrhaft: Viele Dörfer in der südlichen Maremma sind eigentlich eine kleine Burg. Wie eine steinerne Krone sitzen sie mit ihren wenigen Häuser-Zacken auf den flachen Hügeln der Region; die Abendsonne lässt sie weithin rotgolden leuchten.
Handarbeit im besten Sinne – ein gute Winzer hält in jeder Hinsicht Kontakt zum Boden. Das gilt auch für Simone Castelli, der als ausgebildeter Önonloge viele Weinbauerkollegen in der Maremma berät und auf Gut Podere 414 bislang nur einen einzigen Wein produziert: seinen Morellino.
Simone Castelli ist ein Überzeugungstäter – sein Morellino vergärt spontan und kommt nur mit ausgekleidetem Zement und Holz in Berührung. Elf Hektar hat der Sohn des entscheidend an der Entwicklung der Supertuscans beteiligten Önologen Maurizio Castelli auf der Podere 414 im DOC-Gebiet Morellino di Scansano gepflanzt; gut 85 Prozent davon mit Sangiovese. Den Rest machen Ciliegiolo, Alicante (Grenache) und Colorino aus.
Kellerbuch: Viele Details müssen bei der Weinproduktion genauestens beachtet werden und wohl kaum einer der Beteiligten kann sich das alles auswendig merken. Schriftliche Aufzeichnungen sind daher eine wichtige Hilfe; auch wenn sie heute statt auf Papier meist auf einem Computerbildschirm stehen.
Einsamer Silberberg: Unterhalb von Monte Argentario breitet sich eine endlose Ebene aus. In der Antike war das fast kreisrunde Küsten-Vorgebirge mit seiner höchsten, heute Monte Telegrafo genannten Erhebung eine vom offenen Meer umgebene Insel. Später bildeten sich dann durch den von dem Fluss Albegna mitgebrachten Schlamm, Sand und Schutt drei Landzungen zum Festland.

Brunello aus Montalcino, Toskana - Italiens berühmtester Rotwein

Ein mächtiger Wein - zu 100% aus der Rebsorte Sangiovese (Brunello)

Brunello di Montalcino zählt zu den edelsten Tropfen Italiens, obwohl er auf keine jahrhundertelange Familiengeschichte zurückblickt. Vor nicht viel mehr als vierzig Jahren waren die tanninstarren Bauernweine der Toskana kaum einfacher Landadel. Erst ausgeklügelte Herstellungstechnik küsste den schlafenden Märchenprinzen wach. Heute reservieren die Weinfreaks auf der Welt dem König der italienischen Rotweine einen Ehrenplatz in ihren Kellern - nicht zu letzt Dank der Familie Biondi-Santi, die den Stein erst so richtig zum Rollen brachte.

Wie bei vielen weltbekannten Namen gibt es auch bei Brunello di Montalcino den Ort, der dazugehört. Auf einem Felsvorsprung gut 100 Kilometer südlich von Florenz versteckt sich das toskanische Städtchen Montalcino hinter dicken Bruchsteinmauern vor der Welt. Steile, leicht verschlafene Gassen zirkeln sich zwischen den geduckten Häuschen hindurch. Manchmal liest man über solche Orte, dass hier die Zeit stehen geblieben sei. Doch über das alte Pflaster von Montalcino schlurfen nur zu oft Flipflops amerikanischer Touristen. 

Wo alles begann...

Nicht wenige dieser Fremden führt der Weg irgendwann in die Fiaschetteria Italiana. Seit 1888 hat die Bar an der Piazza del Popolo, was eine italienische Bar braucht: hölzerne Theke, Messingarmaturen und Fliesenboden, der in Ehren verwittert. Toskanische Originale sucht man allerdings vergebens. Die meisten Einheimischen haben den Touristen das Feld überlassen. In den fünfziger Jahren fanden sich hier im Regal – zwischen Vermouth und Marsala – die ersten Flaschen Brunello der Familie Biondi-Santi. Es gehörte Mut dazu, den bis dahin kaum bekannten Wein unter einem eigenen Etikett abzufüllen. Zu der Zeit baute gerade mal eine Handvoll Bauern den Wein an. Und wer einen Pferdekarren für die Fässer hatte, konnte von einem effizienten Absatzkanal sprechen. An weltweiten Ruhm dachten die Weinbauern aus dem Ort nicht im Traum. Dennoch könnte man hier die eigentliche Geburt des Brunello di Montalcino sehen.

Geboren im großen Eichenholzfass

Denn im 19. Jahrhundert, als der Brunello zum ersten Mal historisch greifbar wurde, war er eher eine Kopfgeburt. Der gelernte Apotheker Clemente Santi hatte auf seinem Weingut Il Greppo das Zusammenspiel von Rebsorte und Boden beobachtet und immer wieder geeignete Stöcke selektiert. Seine Erkenntnisse scheint er für Jahrzehnte als Betriebsgeheimnis gehütet zu haben, während sich vor den Mauern seines Guts der italienische Staat formte. Im risorgimento, einer Reihe von Revolutionen und Unabhängigkeitskriegen, diente auch sein Enkel Feruccio. Zurückgekehrt vom Fronteinsatz machte er im Jahr 1888 einen Wein rein aus Sangiovese-Trauben, die hier seit Jahrhunderten Brunello heißen, und ließ ihn in großen Eichenfässern reifen. So entstand ein starker und samtiger Roter, der der Familie auf lange Zeit einen önologischen Wissensvorsprung bescherte. Schon in den zwanziger Jahren kauften Amerikaner trotz Prohibition die Weine, von denen es in über 50 Jahren nur vier abgefüllte Jahrgänge gab. Stoff, aus dem Wein-Mythen geboren werden: Brunellos von 1888, 1891, 1925 und 1945 werden längst zu Fantasiepreisen gehandelt.

Mehr lesen im ebook zu Brunello di Montalcino und den Weinen Mittelitaliens

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