Marco Ricasoli-Firidolfi ist ein zugänglicher Mensch, der einem sehr respektvoll gegenübertritt. Seine Familie besitzt das Castello di Cacchiano oberhalb seines Weingutes, wo sein Bruder den Wein der Familie verantwortet. Marco hat sich in den Neunzigern „selbstständig“ gemacht, die Weinberge mit seinem Bruder geteilt und sein kleines Weingut Rocca di Montegrossi in die eigenen Weinberge an ein altes Bauernhaus angebaut, um seine eigenen Ideen zu verwirklichen. In den Anfangszeiten hatte er es nicht leicht, denn der Gaumen wollte „parkerisierte“, d.h. bordeaux-verwandte Rotweine mit breiten Schultern. 

Marco dagegen setzte von Anfang an auf den Ausdruck des modernen Sangiovese, mineralisch, spontanvergoren, behutsam im Holz ausgebaut und unterstützt von den einheimischen Rebsorten Canaiolo und Colorino in kleinen Anteilen. Seine Jahrgangsweine sind seit etlichen Jahren eine Bestätigung dieser Philosophie und strafen alle diejenigen Lügen, die behaupten, dass ein Chianti säurebetont und mager am Gaumen ist. Dies ist ein Vorurteil aus den frühen Achtzigern, das sich schon viel zu lange gehalten hat. 

So schmeckt ein Chianti Classico aus den Lagen in Monti/Gaiole ausgewogen, würzig-fruchtig, d.h. nicht nur nach Kirsche oder Veilchen. Als angestammter Biowein ist er bekömmlich, was auch daran liegt, das der Wein staubtrocken ist und mit wenig SO2 auskommt. Dieser Wein braucht kein Essen, um zu glänzen, er passt wie jeder Sangiovese sehr gut zu Pasta-Gerichten mit Soßen auf Tomatenbasis und auch zu jedem Grillfest vom Frühjahr bis zum Spätherbst. 

Das Chianti des schwarzen Hahns zwischen Florenz und Siena zählt zu den schönsten Anbaugebieten in Italien. Geschichte, Kultur, eine Vielzahl von sehr guten Winzern prägt die eine einzigartige, waldreiche Hügellandschaft mit ihren Klöstern und Burgen. Es ist leicht, sein Herz an diesen Flecken Italien zu verlieren.... mehr Infos dazu im Chianti Classico Spezial auf meiner Magazinseite www.wein-welten.com. Rocca di Montegrossi Chianti Classico war schon Sieger des Chianti Classico Cups, kein Wunder, denen seit Jahren erzeugt Marco einen der stimmigsten Rotweine des Gebietes. Sehr vertrauensbildend ist, dass die Weine von Marco seit 2011 in der Bestenliste des Italienmagazins wein-welten.com unserer Spürnase Steffen auftauchen.

Rosato von Rocca di Montegrossi, natürlich aus Sangiovese

Rosato ist der neue Trend, und die herausragende Qualität von Rocca di Montegrossi befeuert diesen Trend zweifelsohne. Für mich einer der besten Rosato-Weine der Toskana! Der Trauben stammen aus dem Weinberg San Marcellino, es sind die erstgelesenen Trauben des Weingutes, bereist der Most besitzt Struktur und Finesse. Nach einer Standzeit bei sehr niedrigen Temperaturen beginnt nach einer groben Vorklärung die Gärung, die fast 1 Monat dauert. Danach verbleibt er für weitere 3-4 Monate auf der Feinhefe und wird 2 Monate nach der Abfüllung verkauft. So entsteht ein Rosato mit Tiefgang, mit der klassischen, fordernden und belebenden Sangiovese-Säure, mineralisch, delikat und duftig.

Trinken bis 2022, zu den typischen Gemüse-Antipasti der Toskana, gegrillten Paprika, Zucchini und Aubergine. 

Gran Selezione San Marcellino 

Der Wein wird nur in den besten Jahren erzeugt. Eine Selektion der besten Trauben des Weinberges, der die Kapelle San Marcellino in Monti im Chianti umgibt. Ein Viertel der Reben wurde in den Sechzigern gepflanzt, in der Zeit als es noch keine Massenertragsklone gab. Ein elementarer Bestandteil des San Marcellino ist ein kleiner Anteil der seltenen, alten toskanischen Rebsorte Pugnitello, die eine feste Struktur, einen eigenständig-fruchtigen Duft und eine tiefdunkle Farbe besitzt.

Der Wein reift für 2 Jahre in Barriquefässern aus feinstem Allier-Holz, da gibt es keine Kompromisse. Wie beim Chianti Classico gilt auch hier spontane Vergärung und Abfüllung ohne Filtration, so werden die Eigenheiten des Terroirs und der Rebsorte bestmöglich erhalten. Weitere 2 Jahre ruht der Wein danach im Keller, bevor er verkauft wird. So kann sich seine schiere Kraft und fast schmerzende Mineralität harmonisieren. San Marcellino ist ein echter Ausdruck der Gran Selezione-Spitzenweinkategorie!

Dichte, komplexe Nase, anfangs verschlossen, zeigt nach einigen Minuten im Glas den würzigen Blumenduft und die reife Marascakirsche des Sangiovese, süße Anklänge des feinen Eichenholzes, erdig-steinig und kräuterwürzig, pure Intensität gebunden im Mund an die komplexe Tanninstruktur, warm, lang anhaltendes Finish, das von Opulenz und Ernsthaftigkeit des Weinmachers getragen wird. Ein Charakterwein, der einen fordert und belohnt. Verlangt Bistecca fiorentina vom Grill im Sommer bzw. im Winter einen Rinderschmorbraten mit würziger Bratensoße. Besitzt ein Reifepotenzial wie ein Brunello, nach Marco erreicht er seinen Höhepunkt zwischen 15-20 Jahren nach der Ernte! Trinken Jetzt (auf jeden Fall dekantieren) bis 2035. 

Meine Lieblingsweine: Der preiswerte und intensiv fruchtige Chianti Classico und die Gran Selezione San Marcellino zeigen die ganze Bandbreite des Sangiovese im Terroir von Monti in Gaiole, ein perfekter Einstieg und Sommervergnügen ist der fruchtig-mineralische Rosato von Marco.

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